Kantonsübergreifend geplant und vorgesorgt

Die Laufentaler und Thiersteiner Gemeinden spannten bei der Wasserversorgung zusammen und investierten in die regionale Vernetzung. Das zahlt sich in Trockenperioden aus.

Region

Die Gemeinden, die an der Lüsseltaler Wasserversorgung angeschlossen sind, riefen die Bevölkerung Anfang Juli zum Wassersparen auf — auf freiwilliger Basis, denn es herrsche kein Notstand. «Doch die anhaltende Trockenheit erfordert Umsicht», sagt Breitenbachs Gemeindeverwalter Andreas Dürr auf Anfrage dieser Zeitung. Auch wenn einzelne Quellen derzeit weniger Wasser liefern als üblich, sei nicht zu erwarten, dass Haushalte im Lüsseltal kurzfristig ohne Trinkwasser auskommen müssten. Die Herausforderung bestehe aber darin, genügend Reserven für eine länger andauernde Trockenheit zu erhalten. «Der Aufruf zeigte Wirkung: Der Verbrauch ging um 15 Prozent zurück», erklärt Dürr diese Woche. Die Gemeinde Breitenbach sei mit gutem Beispiel vorangegangen und habe den Verbrauch deutlich reduziert, «indem die Brunnen (ausser beim Spielplatz) abgestellt und die Bewässerung des Fussballrasens deutlich reduziert wurden», führt Dürr aus. Sollte die Trockenheit noch mehrere Wochen anhalten, sei denkbar, dass gewisse Massnahmen auch verfügt würden. Dies würde dann das Befüllen von Schwimmbädern und die Gartenbewässerung betreffen. «Solche Massnahmen dienen in erster Linie dazu, die Reserven zu schonen. Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung hat höchste Priorität.» Insgesamt könne sich die Region glücklich schätzen, über eine gut ausgebaute, vernetzte Wasserversorgung zu verfügen.

Mehrere Wasserressourcen und riesige Speicher

Die Wasserversorgung des Lüsseltals als auch jene des Gilgenbergs sind an der Regionalen Wasserversorgung Birstal-Thierstein AG angeschlossen, die mit ihrem unterirdischen Grundwassersee über riesige Speicher und ein leistungsfähiges Grundwasserpumpwerk verfügt und zusammen mit den Gemeinden die Transportleitungen ajour hält.

Der Wasserverbund Birstal lebe durchschnittlich zu 50 Prozent von den Grundwasservorräten und nur in nassen Zeiten zu 100 Prozent von seinen beiden Quellen, sagt Peter Hueber, Präsident des Wasserverbundes Birstal. Die Quellen würden auch jetzt noch Wasser liefern. Hueber hatte sich an vorderster Front für den Schutz der Quellen eingesetzt, als der Kanton im Laufental Deponiepläne verfolgte. Die heutige, regionale Wasserversorgung zeichne sich durch mehrere unabhängige Wasserfassungen, zahlreiche Leitungsverbindungen, regionale Notwasserkonzepte und eine gemeinsame Planung aus. «Beim Ausfall einer Quelle oder eines Pumpwerks kann Wasser aus benachbarten Systemen eingespeist werden», erklärt Hueber, der im Verwaltungsrat der Regionalen Wasserversorgung Birstal-Laufental AG sitzt. Das heutige Versorgungskonzept kombiniere mehrere Wasserressourcen: Grundwasser der Birs, Grundwasser der Lüssel, zahlreiche Quellfassungen, regionale Transportleitungen und kommunale Reservoire. Dadurch sei die Trinkwasserversorgung in der Region auch bei Trockenperioden oder technischen Störungen robust. Quellwasser bleibe dort in Nutzung, wo es mengen- und qualitätsmässig ausreichend verfügbar sei. Trotzdem sei es wichtig, sparsam mit dem Wasser umzugehen.

Die Versorgung ist gut aufgestellt

Die regionale Vernetzung sei in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut worden, um Trockenperioden besser bewältigen zu können, attestiert der Bericht «Wasserversorgung Solothurn 2030» dem Schwarzbubenland. Ähnlich sieht es der Kanton Basel-Landschaft bezüglich dem Laufental. Die Regionale Wasserversorgungsplanung zeige auf, dass die Versorgung gut aufgestellt und den aktuellen Herausforderungen gewachsen sei.

Warnstufe 4

Laut Bundesbern ist die Schweiz von einer ausgeprägten Trockenheit betroffen. Besonders im Jura und in der Nordwestschweiz seien die Defizite bei Abflüssen und teilweise auch beim Grundwasser erheblich. Für eine nachhaltige Entspannung wären länger anhaltende Niederschläge nötig. «Der Kanton Solothurn führt die Trockenheit derzeit auf Warnstufe 4, sehr tiefe Grundwasserstände und Quellschüttungen, erneut sinkende Wasserstände in den Fliessgewässern, lokal sehr hohe Wassertemperaturen.»

«Der Aufruf zeigte Wirkung: Der Verbrauch ging um 15 Prozent zurück.»