«Happy Day» für den Kultur- und Leseverein

Der bekannte und beliebte Fernsehmoderator Röbi Koller liess das Publikum mit spannenden, lustigen und denkwürdigen Geschichten hinter die Kulissen der Sendung «Happy Day» blicken.

Spannend und unterhaltend: Der Abend mit Röbi Koller in Breitenbach. Foto: Martin Staub
Spannend und unterhaltend: Der Abend mit Röbi Koller in Breitenbach. Foto: Martin Staub

Röbi Koller, ein Mann, den alle kennen, der während fast zwanzig Jahren die beliebte SRF-Sendung «Happy Day» moderierte und im letzten Jahr, damals 68-jährig, als Fernsehmoderator zurücktrat. In Breitenbach betrat er nun die kleinere Bühne im Pfarreisaal. Und Ives Burgener vom organisierenden Kultur- und Leseverein zeigte sich in seiner Begrüssung überrascht und erfreut über die vielen Besucherinnen und Besucher, die am vergangenen Freitag erschienen. Gegen hundert Personen dürften es gewesen sein, welche die Lesung von Röbi Koller, der mit seinem Buch «Backstage» auf Anhieb einen Bestseller landete, sehen wollten.

«Lesungen finde ich langweilig», begann der Ex-Moderator seinen Vortrag. Röbi Koller, nebst Fernsehmoderator auch Journalist und Autor, las denn auch nur wenige Auszüge aus seinem Buch «Backstage», von dem er einen Tisch voll Exemplare zum Verkauf bereithielt, um sie mit einem herzlichen Gruss zu unterzeichnen. Lesen sollte man also daheim, die Geschichten, die der Moderator zu erzählen hatte, waren spannender als Vorlesen und liessen keine Spur von Langeweile aufkommen. Angefangen mit jener Geschichte über den Apfel vom Paradies mit Adam und Eva, über den Apfel auf den Beatles-Schallplatten bis zum «Apple» der grossen Computer-Firma. Röbi Koller beschrieb seine regelmässigen, intuitiven Radfahrten durch einen Velotunnel und erzählte vom Interview mit dem kürzlich verstorbenen Peter Bichsel. Er bekannte sich als Fan von Bob Dylan und dessen poetischen Liedtexten. Witzig kam die Präsentation von Anagrammen an, für die Röbi Koller offensichtlich eine Schwäche hat.

Im Zentrum des Leseabends standen aber die Geschichten rund um die Sendung «Happy Day», welche Röbi Koller vor, aber vor allem hinter den Kulissen — eben Backstage — erlebte. Er beschrieb beispielsweise den nicht ganz einfachen Transfer eines Hundes von Namibia zurück zur Besitzerin in die Schweiz. Das Abenteuer Lateinamerika mit strapaziöser Rückreise aus Cochabamba (Bolivien) über Lima und Madrid zurück in die Schweiz beeindruckte ebenso wie einige Anekdoten über Pleiten, Pech und Pannen in der langjährigen Geschichte von «Happy Day».

Röbi Koller liess auch seine eigene Lebensgeschichte nicht aus. 1957 geboren, sei er zweisprachig aufgewachsen. Mit Stolz zeigte er sein Zertifikat «Mention Honorable» aus der Primarschule in Neuchâtel und stellte seine Familie bis ins Detail vor. Dem ehemaligen «Happy Day»-Moderator hätte man noch lange zuhören mögen. Im Nu war die Stunde um, und die Fragerunde wurde zum Schluss rege genutzt. Seine Bände «Backstage», wo vieles aus dem unterhaltenden Vortrag nachgelesen werden kann, gingen ebenfalls weg wie warme «Weggli».