Grosser Aufmarsch zum 120. Geburtstag
Mit einem überraschenden und unterhaltsamen Jubiläumsfest feiert die Musikgesellschaft Bärschwil ihren 120. Geburtstag.

Bärschwil
Für das grosse Finale regnet es Goldkonfetti: Der glänzende Schluss der Geburtstagsfeier zum 120-jährigen Bestehen der Musikgesellschaft fasste optisch zusammen, was der Jubiläumsabend akustisch geboten hatte. Am Anfang des Abends steht eine Rückblende ins Jahr 1906: Der Pfarrer beschliesst, dass Bärschwil einen Musikverein bekomme und kann 20 Männer dafür begeistern. Sie bringen zwar ihre Instrumente selbst mit, aber kaum musikalisches Können. Wie Moderator Benno Henz berichtete, ist nämlich auch überliefert, dass ein Militärtrompeter engagiert wurde, der den «Schnitzlis» Ansatz, Griffe und Rhythmus beibrachte.
Zusätzliche historische Erläuterungen oder lange Ansprachen vermisste niemand in der vollbesetzten Mehrzweckhalle, gefeiert wurde zur Freude der Gäste nur mit einem üppigen Konzertprogramm. Die Jubilarin unter Dirigentin Silvia Steiner eröffnete die Feier, überliess die Bühne aber bald anderen Formationen, anderen Instrumenten und anderen Musikstilen. Traditionelle Klänge wurden von der Alphorngruppe Bachbumbelä verbreitet, wo die Frauen die imposanten Alphörner zum Klingen bringen und im Gegenzug die Männer mit Küchengeschirr hantieren und Taler kreisen lassen. Das Kreisen als Verkehrsführung gab den Kreiselbach Musikanten aus Breitenbach den Namen. Ihr Geschenk an die Festgemeinschaft bestand in schmissiger böhmischer Stimmungsmusik, an das Geburtstagskind gar in einem eigens gedichteten Liedtext. Ohne Blasmusikinstrumente kam der Edel-Schlägertrupp aus: Die Tambourengruppe der Stadtmusik Harmonie Laufen kitzelte mit Trommelwirbeln so manches Trommelfell und zeigte, wie vielfältig ihre Instrumente für unterschiedlichste Rhythmen eingesetzt werden können. Auch Bauhelme und Quietschhämmer liessen sich künstlerisch unterbringen. Eher unvertraut bezüglich Klang gestalteten die Pipes and Drums den letzten Programmpunkt. Zwar blieb einmal mehr die Frage unbeantwortet, was Mann unter dem Kilt trägt, eindrücklich waren deren Uniformen und die in Schottenkaro gewandeten Instrumente allemal. Die drei Drummer und fünf Piper präsentierten bekannte und weniger bekannte Melodien aus ihrem Repertoire und intonierten zusammen mit den Musikantinnen und Musikanten aus Musikgesellschaft und Kreiselbach das ergreifende «Highland Cathedral» zum grossen Finale.
Alle Mitwirkenden und Gäste waren sich einig, dass Musik über die Bühne hinaus Orte, Vereine und Menschen zusammenbringt. Das ursprüngliche Konzept des Vereins änderte sich zwar im Verlauf der Jahrzehnte, bringen mittlerweile doch Aktive ihr Können mit und bekommen im Gegenzug das Instrument vom Verein. Dennoch gibt es Nachwuchssorgen und in einem kleinen Ort ist es schwierig, eine spielfähige Besetzung zu halten. Von einer Mitgliederzahl mit über 40 Musikanten, wie sie noch vor ein paar Jahrzehnten selbstverständlich war, träumt man heute am Fusse des «Stürmechopfs». Doch auch in der aktuellen Grösse kann Verbindendes geschaffen werden. Es ist der Musikgesellschaft Bärschwil zu wünschen, dass sie noch viele Jahre zur Belebung des Dorflebens beitragen und die Menschen zusammenbringen kann.