Grossaufmarsch zur spannenden Bannbegehung

Seit einigen Jahren hat auch die Bürgergemeinde Kleinlützel auf alljährliche Durchführung ihres Banntages und auf den Auffahrtstag umgestellt. Trotz nicht allzu guter Wetteraussichten begaben sich schätzungsweise 200 Personen auf die rund acht Kilometer lange Wanderung.

Der Banntagtross: Auf dem Weg in Guntisrütti, Richtung Ring und Huggerwald. Foto: Martin Staub
Der Banntagtross: Auf dem Weg in Guntisrütti, Richtung Ring und Huggerwald. Foto: Martin Staub

Auffahrt ist Banntag. Für zahlreiche Gemeinden im Schwarzbubenland und im Laufental ist das Tradition. Eine kürzere oder längere Wanderung, Wurst, Bier, Wein sowie Softgetränke gehören ebenso dazu wie musikalische Unterhaltung durch einen Musikverein. Letzterer kann in Kleinlützel wegen «Personalmangel» leider nicht mehr aufgeboten werden. Der Banntag selbst erfreut sich trotzdem zunehmender Beliebtheit. Nebst den bereits erwähnten Wanderern und Wanderinnen füllten am letzten Donnerstag gut hundert weitere Personen die Halle des FC Kleinlützel bis auf den letzten Platz. Die Fasnachtsclique Litzler Chnertsch, die für die Bewirtung zuständig war, konnte sich also über Beschäftigungsmangel nicht beklagen.

Für echte Banntagteilnehmende gehört die von der Bürgergemeinde vorgegebene Wanderroute aber unbedingt dazu. Beginnend nach einer kurzen Begrüssung durch Bürgerammann Stefan Borer um 13.30 Uhr vor dem Gemeindehaus, führte der Weg dieses Mal Richtung Kundmatt über den neuen Weg durch Guntisrütti (keiner kennt den Ursprung dieses Namens), über den steilen Ringweg zum Ring und auf der bequemen Teerstrasse zum neuen Kinderspielplatz Huggerwald. Hier begrüssten bereits ein paar Cliquenmänner (Frauen sind bei der Fasnachtsclique nicht erwünscht) für einen wohlverdienten Apéro, der ausgiebig genossen wurde. Die aufziehenden schwarzen Wolken bewegten die Menge dann zum Aufbruch und zum Abstieg in die Niedermatt, wo die Fasnachtsclique beim Publikum nicht nur mit einer ausgiebigen Festwirtschaft, sondern auch mit einem Wettbewerb — «wie viele Hörnli sind in diesem Glas?» —, Dessertbuffet und Darts-Anlage punktete. Zuerst aber wurde selbstverständlich von allen Teilnehmenden die von der Bürgergemeinde offerierte Wurst mit Bier oder einem anderen Getränk verzehrt. Der Banntag hat einen weiteren interessanten Aspekt: die Informationen über Wald und Land im Gebiet der Bürgergemeinde Kleinlützel. Da der zuständige Förster Gerhard Walser wegen gleichen Anlasses in Liesberg engagiert war, übernahm nebst Präsident Stefan Borer Andy Zuber, Präsident der Forstgemeinschaft Laufental-Thierstein West, diesen Part. So erfuhren die «Mitgelaufenen» unter anderem, dass pro Jahr allein im Revier Kleinlützel rund 8000 bis 10000 Bäume gefällt werden, während 1000 bis 1500 Neupflanzungen getätigt würden. «Eine kostspielige Sache», wie Zuber erwähnte, müssten doch 30 bis 40 Franken pro Neupflanzung gerechnet werden.