Geschäftsleiterin von Pro Senectute geht in Pension

1987 trat Ida Boos, damals 27-jährig, als Sozialarbeiterin in den Dienst hilfsbedürftiger Menschen. 19 Jahre leitete sie Pro Senectute Dorneck-Thierstein sowie den Haushilfedienst und nach den Fusionen die Spitex Thierstein Dorneckberg. 2006 übernahm sie die kantonale Pro-Senectute-Geschäftsstelle als Leiterin, Ende Juli ging die Breitenbacherin in Pension.

Hier hat alles angefangen: Ida Boos vor dem Eingang zu Pro Senectute Dorneck-Thierstein in Breitenbach. Foto: Martin Staub
Hier hat alles angefangen: Ida Boos vor dem Eingang zu Pro Senectute Dorneck-Thierstein in Breitenbach. Foto: Martin Staub

Breitenbach

«In der Geschäftsleitung ist es wichtig, den Überblick zu haben.» Mit diesen Worten beginnt ein Wertschätzungsschreiben über Ida Boos, die vor 20 Jahren durch einen unerwarteten Todesfall des damaligen Geschäftsleiters Knall auf Fall seine Nachfolge antrat. Ida Boos, die von da an bis am 31. Juli dieses Jahres diese Funktion innehatte, behielt offensichtlich diesen Überblick. Und überdies noch über weit mehr.

Ida Boos ist nicht nur diplomierte Sozialarbeiterin. Sie bildete sich weiter mit einem MAS (Master) in Betriebswirtschaftlichem Management für Non-Profit-Organisationen. Die Breitenbacherin ist zudem diplomierte Hauspflegerin und hat sich auch kaufmännisch ausbilden lassen. All diese Qualifikationen unterstützten Ida Boos in ihrer Arbeit.

Ihre 100-Prozent-Arbeitsstelle war ab 2006 in Solothurn. Jeden Tag Breitenbach — Solothurn hin und zurück war ihr — die vorwiegend den ÖV nutzt — zu viel. «Ich habe mir deshalb eine Übernachtungsmöglichkeit in der Hauptstadt eingerichtet», erklärt die SP-Politikerin, die seit dieser Legislatur schon zum zweiten Mal als Kantonsrätin gewählt wurde.

Organisationstalent

Der Stiftungsrat attestiert Ida Boos zahlreiche Erfolge in ihrer 20-jährigen Amtszeit als Geschäftsleiterin. Bereits davor hat Ida Boos den damals von der Pro Senectute geführten Haushilfedienst in den Bezirken Dorneck-Thierstein zur Spitex Thierstein-Dorneckberg entwickelt und umgewandelt. «Natürlich konnte ich von meiner vielseitigen und mehrschichtigen Ausbildung und auch von einem gewissen Organisationstalent profitieren, verdanke aber einen Grossteil dieser Erfolge einem vorbildlichen, verlässlichen und perfekt harmonierenden Team.» Unter anderem erwähnt der Stiftungsrat in Bezug auf besondere Leistungen die Förderung altersfreundlicher Gemeinden, die Familienkonferenz für und mit älteren Menschen sowie die gesamten Pro Senectute Dienstleistungen mit kontinuierlicher Weiterentwicklung, welche in grossem Masse auf das Konto von Ida Boos gehen.

Über künftigen Arbeitsmangel macht sich die 67-Jährige keinerlei Sorgen: Schon vor Jahren lernte sie den therapeutischen Umgang mit Hypnose und schamanischen Anwendungen kennen. «Diese Leidenschaft werde ich sicher noch vermehrt pflegen und anwenden», erklärt die zukünftige «Jungrentnerin».

In den Tagesplänen von Ida Boos dürfte Pro Senectute jedoch auch weiterhin Thema bleiben. «Ich freue mich auf ein vorübergehendes abgespecktes Pensum, bei dem ich meinen Nachfolger Christoph Heri begleiten darf. Daneben bleiben mir einige Aufgaben in den Gemeinden.» Dass Pro Senectute Schweiz rund 700000 Klientinnen und Klienten betreut, davon allein in den 103 Gemeinden des Kantons Solothurn über 10 000, gibt Ida Boos dem «Wochenblatt» noch gerne als zusätzlichen Hinweis mit.