Für den Flug des Falken braucht es eine Bewilligung

Der Gewerbeverein Hinteres Leimental (GHL) markierte an der Generalversammlung seine lebendige Vielfalt. Als neues Mitglied aufgenommen wurde Simone Cilluffo mit seinem Falken «Janis».

Simone Cilluffo: Er stellte an der GV des Gewerbeverbands Hinteres Leimental seine Unternehmung Swiss Falconry vor. Foto: Bea Asper
Simone Cilluffo: Er stellte an der GV des Gewerbeverbands Hinteres Leimental seine Unternehmung Swiss Falconry vor. Foto: Bea Asper

Bättwil

Sie zählt zu den schnellsten Jägern der Lüfte, sie ist seine beste Mitarbeiterin und sie war an diesem Abend der Star in der Aula des Oberstufenzentrums in Bättwil: Janis — das Greifvogel-Weibchen des Falkners Simone Cilluffo. Er stellte an der Generalversammlung des Gewerbevereins Hinteres Leimental seine Unternehmung Swiss Falconry vor und wurde als neues Mitglied aufgenommen.

Die Generalversammlung mit anschliessendem Nachtessen in der Osteria Landskron war einmal mehr gut besucht. GHL-Präsident Paul Schönenberger zeigte sich erfreut darüber, dass der Verein 37 Jahre nach seiner Gründung, im Zeitalter der Digitalisierung vor Lebendigkeit strotzt. Die Neueintritte machen die Austritte (bedingt durch Wegzug oder Geschäftsaufgabe) wett, die Finanzen sind im Lot. Der Verein ist in der glücklichen Lage, dass ihm die engagierten Vorstandsmitglieder erhalten bleiben und nun noch Verstärkung erhalten mit Luzius Winkler, der sich bei der Organisation von Anlässen einbringen will und mit dem Sommer-Plausch eine neue Idee lanciert. Der Erfolg des GHL sei nicht zufällig und er sei keine Selbstverständlichkeit, rief Sarah Koch, die Geschäftsführerin des kantonalen Gewerbeverbandes, in Erinnerung — mit Verweis darauf, dass der Gewerbeverein Dornach mangels Engagement in der Versenkung verschwunden sei.

Die Bedeutung des regionalen Gewerbes würdigten auch Dieter Künzli, Präsident des Forums Schwarzbubenland, und Standortförderer Christian Imark. Sie gaben den Anwesenden mit auf den Weg, dass sie bei Fragestellungen mit den Behörden nicht auf sich alleine gestellt seien, sondern auf die Unterstützung des Forums zählen könnten. «Die Bestandespflege ist unsere Kernaufgabe, zusätzlich stehen wir in Kontakt mit Ausbildungsstätten wie der ETH zur Förderung und Ansiedlung von Jungunternehmungen», informierte Künzli.

Die Hürden der Bürokratie seien hoch, aber nicht unüberwindbar, berichtete Falkner Simone Cilluffo. «Ein Falkner kann seine Tiere nicht einfach fliegen lassen». Cilluffo musste beim Kanton diverse Bewilligungen einholen für seine Tätigkeit im Bereich eines Nischenmarktes, nämlich der Vertreibung von Tauben und Krähen. Seine Auftraggeber im Kampf gegen unerwünschte Folgen durch Vögel seien die Öffentliche Hand oder grosse Unternehmungen wie die Novartis. Als Grundprinzip dient die Natur. Die Falken seien die natürlichen Feinde der Tauben und Krähen. Die Tiere sollen aber nicht getötet werden. Das gezielte Vergrämen der Tauben durch den Falken sei die Kunst seines Handwerks. «Dies setzt eine fundierte Ausbildung voraus, doch auch Investitionen in die Haltung der Greifvögel», erklärte Cilluffo. Nach langer Suche sei er in der Gewerbezone von Bättwil fündig geworden. Hier konnte er den Falken ein Zuhause schaffen, in dem sie sich wohl fühlen. «Dafür braucht es natürlich vom kantonalen Veterinärdienst eine Halteerlaubnis, zudem braucht es den Jagdschein und eine spezielle Falknerbewilligung — ausgestellt von der kantonalen Amtsstelle, die das Jagdwesen unter sich hat. Für den Nachweis der Falknerprüfung sei die Schweizerische Falkner-Vereinigung zuständig, die wiederum Mitglied der internationalen Dachorganisation «International Association for Falconry and Conservation of Birds of Prey (IAF)» sei, erläuterte Cilluffo. Je nach Einsatzgebiet benötige es auch von den lokalen Behörden noch eine Freigabe für die Beizjagd.