Fast drei Dutzend Jahre für die Musikschule

Seit diesem Schuljahr leitet Jasmine Weber die Musikschule Solothurnisches Leimental (MUSOL). Toni Ebnöther tritt nach 35 Jahren in Diensten der MUSOL in den Ruhestand.

Die neue Schulleiterin: Jasmine Weber löst Toni Ebnöther ab. Während 17 Jahren hatte er diese Funktion inne. Foto: Martin Staub
Die neue Schulleiterin: Jasmine Weber löst Toni Ebnöther ab. Während 17 Jahren hatte er diese Funktion inne. Foto: Martin Staub

Witterswil

«Der Wechsel ist reibungslos über die Bühne gegangen», sagt Toni Ebnöther mit einem Schmunzeln, das Jasmine Weber quittiert. Kein Wunder, unterrichtet doch die Posaunenlehrerin auch schon über ein Dutzend Jahre an der Musikschule im Hinteren Leimental. «Ich musste lediglich das Büro im Schulhaus Witterswil, das Toni Ende Schuljahr verlassen hatte, übernehmen», erklärt die Mutter von vier erwachsenen Kindern bescheiden. Toni Ebnöther, der seit 1992 als Querflötenlehrer und ab 2009 als Schulleiter gewirkt hat, muss sich noch etwas an sein Rentnerleben gewöhnen. «Bis jetzt kommt es mir noch ein bisschen wie verlängerte Ferien vor», sagt der 65-Jährige lachend.

Mit Genugtuung blickt er zurück auf seine Tätigkeit und stellt zufrieden fest: Es war eine gute Zeit mit zahlreichen Höhepunkten. «Auch wenn wir in Bezug auf Infrastruktur nicht verwöhnt wurden (die MUSOL hat mit Ausnahme des Leitungsbüros in Witterswil keine eigenen Räumlichkeiten), trafen wir immer auf Wohlwollen, Verständnis und beste Zusammenarbeit in den vier beteiligten Gemeinden», so Ebnöther.

Witterswil, Bättwil, Hofstetten-Flüh und Rodersdorf sind die Trägergemeinden der Musikschule. Nebst finanzieller Unterstützung stellen diese unter anderem die nötigen Unterrichtsräume zur Verfügung. «Je nach Anzahl Musikschülerinnen und -schülern auf den einzelnen Instrumenten unterrichten wir in den Dörfern», sagt Jasmine Weber, die nebst der Schulleitung weiterhin an zwei Tagen pro Woche begeistert Posaune unterrichtet, wie sie bestätigt.

Ein Höhepunkt im Jahr der MUSOL ist jeweils das Lager im Schwarzwald vor Ostern mit abschliessendem Konzert in der Mehrzweckhalle Witterswil. «Jede Musikschülerin, jeder Musikschüler ist eingeladen, mitzukommen und mitzuspielen — egal mit welchem Instrument», freut sich Jasmine Weber schon jetzt auf die nächste Ausgabe. «Da sind natürlich alle Lehrpersonen gefordert, die passenden Arrangements zusammenzustellen», sagt Toni Ebnöther, der dieses bald schon legendäre MUSOL-Lager vor vielen Jahren ins Leben gerufen hat. «Das war immer nur möglich mit einem kreativen, guten Lehrteam», erklärt die neugewählte Schulleiterin, die auch immer Teil dieses Lagerteams war. Für Toni Ebnöther, den Frischpensionierten, sei es immer ein Privileg gewesen, in diesem «Dream-Team» zu sein, wie er in den Gemeindeblättern unter dem Titel «MUSOL, Wechsel in der Schulleitung» schrieb. Und er freut sich, dass er nächstes Frühjahr im Lager noch mal dabei sein darf.

Toni Ebnöther fallen aber noch mehr Highlights von MUSOL in seiner Wirkungszeit ein: Das regelmässige Angebot, in einer Band oder im Ensemble mitzuspielen beispielsweise, Musikunterricht «Kind und Eltern» oder Musikschule für Erwachsene, um nur einige zu nennen. Neu gibt es eine Bläserklasse an der Schule Rodersdorf: Eine Musiklehrperson bestreitet unter diesem Namen den obligatorischen Musikunterricht einer Primarschulklasse. In Rodersdorf ist das für ein Jahr die Bläserklasse für Holz- und Blechblasinstrumente. «Rodersdorf hat unsere Idee aufgenommen», sagt Toni Ebnöther. Im nächsten Schuljahr greift die Idee vielleicht eine andere Gemeinde auf, ergänzt Jasmine Weber.