Eine halbe Million Franken für einen Dorfplatz

Büsserach will das Aussenareal zwischen dem Vereinshaus und dem Baderhaus zum Dorfplatz aufwerten. Das Preisschild sorgte an der Gemeindeversammlung für Diskussionen. Die positive Finanzlage der Gemeinde besänftigte die Gemüter.

Umgestaltung: Das Areal zwischen dem Vereinshaus und dem Baderhaus soll zum Dorfplatz aufgewertet werden.  Foto: Bea Asper
Umgestaltung: Das Areal zwischen dem Vereinshaus und dem Baderhaus soll zum Dorfplatz aufgewertet werden. Foto: Bea Asper

Büsserach

«Wer soll in diesem Brunnen baden?», lautete eine der Fragen zu den Plänen, die der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung von Büsserach zum Projekt Dorfplatz präsentierte. Die Trinkwasserstelle, doch auch andere Elemente, die den Platz aufwerten sollen, könnten noch optimiert werden, erfuhren die 50 Anwesenden. Am Montag ging es um die Grundsatzfrage, ob der Souverän den Kredit von knapp einer halben Million Franken bewilligt. Das Thema Dorfplatz beschäftigt Büsserach seit fünf Jahren. Mit Fragebogen, Workshop, Mitwirkungsverfahren, Arbeitsgruppe und Planungsbüro versuchte die Exekutive eine mehrheitsfähige Lösung zu finden. Der neue Dorfplatz zwischen dem Vereinshaus und dem Baderhaus sei für alltägliche Begegnungen und kleinere Veranstaltungen gedacht, schaffe Anreiz für die Organisation eines Marktes und wirke ergänzend zur Schulanlage, die nach wie vor den Rahmen für grössere Events biete, erläuterte Gemeindepräsident Rainer Kübler im Lauf der angeregten Diskussion.

Man könnte sich noch lange sowohl über die Örtlichkeit als auch über die verschiedenen Elemente streiten, lautete das Fazit. Die jetzige Vorlage sei ein Kompromiss. «Die ersten Entwürfe waren deutlich kostspieliger», resümierte Kübler. Noch kann das Projekt nicht alle begeistern. Eine halbe Million Franken für einen Platz mit Brunnen, Tischen und Sitzgelegenheiten auszugeben, sei eine Fehlinvestition, monierten einige Redner und erinnerten daran, dass die Gemeinden aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung mit weiter steigenden Ausgaben rechnen müssten. Deswegen müsse Büsserach sparsam mit dem Geld umgehen. Ein Votant plädierte dafür, das Projekt Dorfplatz zurückzustellen, bis klar sei, wie es mit dem Baderhaus weitergehen soll. Die Frage, in welchem Rahmen und zu welchem Zweck dieses umgebaut werden könnte, sei noch offen, räumte Kübler ein. «So lange das Haus nicht abgerissen wird, verbauen wir uns nichts», meinte der Gemeindepräsident. Letztlich wurde der Kredit von 489000 Franken für den Dorfplatz von der Mehrheit der Anwesenden genehmigt. Weiter erhielt das Projekt «Sanierung Parkplatz Gemeindehaus für 180000 Franken» die Zustimmung der Gemeindeversammlung. Mit der Neugestaltung des Parkplatzes (inklusive Sanierung der Werkleitungen) gebe es ein neues Parkregime, so Kübler. «Das entsprechende Reglement ist in Arbeit, es wird uns an der nächsten Gemeindeversammlung beschäftigen». Des Weiteren bewilligte die Versammlung einen Kredit von 165000 Franken für den Bau einer Ausweichbucht an der Industriestrasse.

Dass die Gemeinde ihrem traditionellen Industriestandort Sorge trug, macht sich bezahlt. So kam Büsserach im Rechnungsjahr 2025 seitens der juristischen Personen zu einem unverhofften Geldsegen. Die Steuereinnahmen der juristischen Personen lagen in der Rechnung 2025 600000 Franken über dem Budget. Bei den Steuern der natürlichen Personen verzeichnete die 2485-Seelen-Gemeinde mit dem tiefsten Steuersatz im Thierstein Mehrerträge von 800000 Franken. Dank üppigem Ertragsüberschuss sind die Projektausgaben in Form von Vorfinanzierungen bereits bezahlt, und das Eigenkapital erhöht sich auf über 6,2 Millionen Franken, während die Pro-Kopf-Verschuldung von 1102 auf 572 Franken reduziert wird. Damit fiel die Rechnung 2025 deutlich besser aus als gedacht und wurde diskussionslos genehmigt. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 370000 Franken. «Die Finanzlage von Büsserach ist stabil», hielt Finanzchef Philipp Graber fest.