Eine Brandstiftung wird ausgeschlossen
Beim Brand auf dem Areal der ehemaligen Isola im Juli des letzten Jahres wurden Gebäudeteile ins benachbarte Naturbad geschleudert. Dafür sei pyrotechnisches Material verantwortlich gewesen, dieses habe das Feuer aber nicht entfacht, heisst es seitens der Ermittlungs-behörde.

Nicht auszumalen, was sich am Samstag, 26. Juli 2025 im Naturbad Frohmatt in Breitenbach zugetragen hätte, wäre das Feuer im benachbarten Gebäude nicht kurz vor 7.30 Uhr, sondern während der Badeöffnungszeiten ausgebrochen. Die Explosionen im brennenden Lager waren auf Anhieb so stark, dass Backsteine auf die Liegewiese des Bades geschleudert wurden. Trümmerteile flogen umher und verwüsteten die Freizeitanlage. Fortlaufend kam es zu Explosionen mit lauten Knallgeräuschen, schwarzer Rauch stieg auf. In der Lagerhalle befanden sich Feuerwerkskörper.
Die Polizei registrierte innert weniger Minuten über 60 Notrufe. Die Einsatzkräfte waren sofort vor Ort — das Magazin der Feuerwehr Breitenbach befindet sich in unmittelbarer Nähe — und standen einem Vollbrand gegenüber; sie konnten aber Schlimmeres verhindern. Es wurde niemand verletzt und den Rettungskräften gelang es, den Brand in relativ kurzer Zeit zu löschen. Die Einsturzgefahr erschwerte anschliessend die Arbeiten der Ermittlungsbehörden. Neben den Spezialisten der Kantonspolizei Solothurn kamen das Forensische Institut Zürich und das Dezernat Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern zum Einsatz. Aus Sicherheitsgründen wurden Teile des Gebäudes kontrolliert abgerissen.
Ursache war ein technischer Defekt
Elf Monate nach dem verheerenden Ereignis, über dessen Ursache heftig spekuliert wurde, liegt nun der Bericht der Brandermittlung vor. Daraus geht hervor, dass Brandstiftung ausgeschlossen werde. Nach der Spurensicherung rückte der Verdacht des Vorsatzes nicht in den Fokus der Ermittlungen, heisst es. Zwar beschleunigte das im Gebäude gelagerte pyrotechnische Material den Brand und verursachte die Explosionen, ausgelöst wurde das Feuer dadurch jedoch nicht. Entfacht wurde das Feuer entweder durch einen Kurzschluss bei den elektrischen Installationen im Gebäude oder durch ein Elektrogerät. Möglicherweise entzündete sich ein Akkuschrauber. Ganz abschliessend könne die Frage der Brandursache nicht beantwortet werden, erklärt Mediensprecher Thomas Salzmann auf Anfrage des Wochenblatts. Vorsatz könne aber ausgeschlossen werden. «Auslöser des Brandes war ein technischer Defekt», so Salzmann. «Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn können wir Ihnen mitteilen, dass die Strafuntersuchung hängig ist», erklärt Salzmann. Die Schuldfrage spielt trotzdem eine Rolle. Die Ermittler mussten dem Verdacht nachgehen, dass die Vorschriften für die Lagerung pyrotechnischer Gegenstände nicht eingehalten worden waren. Der Bericht der Brandermittlung bildet die Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen der Strafbehörden und der Gebäudeversicherung. Die entsprechenden juristischen Abklärungen seien am Laufen, heisst es.
Die Gemeinde konnte das Naturbad Frohmatt rechtzeitig auf die Badesaison 2026 instandstellen. In Rücksichtnahme auf den Badebetrieb hat die Grundeigentümerin des zerstörten Gebäudes eingewilligt, die Aufräumarbeiten auf dem Firmenareal in den Herbst zu verschieben.