Ein Musiklager für alle — mit einem Dutzend verschiedener Instrumentengruppen

Die Musikschule Solothurnisches Leimental (MUSOL) lud zum Abschlusskonzert des diesjährigen Lagers ein. Interessant, ungewöhnlich und ausgesprochen unterhaltend präsentierte sich die Vielfalt der beteiligten Instrumente.

Die Zeitmaschine: Sie dreht sich im Hand- beziehungsweise im Fussbetrieb.

Die Zeitmaschine: Sie dreht sich im Hand- beziehungsweise im Fussbetrieb.

Sie ziehen alle Register: Selbst Gesang kommt am MUSOL-Abschlusskonzert nicht zu kurz. Fotos: Martin Staub

Sie ziehen alle Register: Selbst Gesang kommt am MUSOL-Abschlusskonzert nicht zu kurz. Fotos: Martin Staub

Witterswil

Streich-, Brass-Band-, Klavier- oder Blasmusikkonzert? Nichts von alldem, oder genauer formuliert: alles zusammen. Das Abschlusskonzert des diesjährigen Musiklagers in Bonndorf in der Mehrzweckhalle Witterswil versprach, noch bevor der erste Ton erklang, eine besondere Vielfalt. Die 42 Schülerinnen und Schüler der Musikschule MUSOL präsentierten nicht weniger als ein Dutzend verschiedene Instrumentengruppen. «An unserem Lager dürfen immer alle teilnehmen», erklärte Martin Altenbach im Gespräch mit dem «Wochenblatt». Das MUSOL-Musiklager in Bonndorf (Schwarzwald) habe aufgrund seiner Beliebtheit vom Zweijahresrhythmus in die jährliche Durchführung gewechselt, sagte Toni Ebnöther, Leiter der Musikschule, an der sich mit Ausnahme von Metzerlen alle Gemeinden des Solothurnischen Leimentals beteiligen. Dass sich eine Aufführung mit so einer Instrumentenvielfalt nicht ganz einfach einstudieren lässt, liegt auf der Hand. So mussten praktisch alle zehn Titel von den jeweiligen Lehrpersonen des siebenköpfigen Leitungsteams extra arrangiert werden. Was sich aber durchaus lohnte. Die Ouvertüre zu Wilhelm Tell, von Gioachino Rossini, arrangiert vom Schulleiter Toni Ebnöther, zeigte sich als Auftakt des Konzertes fernab vom Original, dafür humorvoll und unterhaltend. In diesem, wie in einigen anderen Stücken, kam das ganze bunt gemischte Ensemble musikalisch zum Zuge. Einige andere Titel konzentrierten sich auf ausgewählte Register. Kombinationen, beispielsweise mit Eufonium, Fagott, Oboe und Blockflöte in «Cum Decore» von Tielman Susato (16. Jahrhundert), liessen ungewohnte Hörerlebnisse zu.

Das einwöchige Lager mit dem abschliessenden Konzert stand unter dem Motto «Die Zeitmaschine». So wurden die einzelnen Nummern in einen epochalen Zusammenhang gebracht. Die Zeitmaschine in Form eines aufgebockten Fahrrades mit drehendem Regenschirm, Rauch mit Hintergrundbeleuchtung war auf der Bühne platziert. Die Bühne diente auch als Kulisse für die Musikantinnen und Musikanten, welche die einzelnen Titel mit lustigen Sketches bereicherten. So kamen unter anderem Robin Hood, das trojanische Pferd, die Beatles oder «Stars Align» bis zum Zeitenchaos in beliebiger Reihenfolge zum Zuge. Das Publikum in der voll besetzten Mehrzweckhalle genoss die Aufführung und quittierte jeden einzelnen Titel mit tosendem Applaus. Mit Zugaben bedankten sich Leiterinnen, Leiter und die Lagerteilnehmenden.