«Ein klares Bekenntnis zum Standort Büsserach»

Die Von Roll AG gehört neu zur Elantas Europe AG und zieht ihre Produktions- und Entwicklungstätigkeiten in Büsserach zusammen. Für Breitenbach endet ein prägendes Kapitel Industriegeschichte. In Büsserach will der deutsche Grosskonzern aber Millionen investieren.

Die Von Roll AG heisst neu Elantas Europe AG: Die für die Region wichtigen Arbeitsplätze bleiben gesichert. Foto: zvg
Die Von Roll AG heisst neu Elantas Europe AG: Die für die Region wichtigen Arbeitsplätze bleiben gesichert. Foto: zvg

Breitenbach/Büsserach

«Der Umzug von Breitenbach in die Bestandsgebäude in Büsserach ist der letzte Meilenstein unserer Integration in die Elantas Europe AG.» Standortleiter Felix Goretzki führt durch die Gänge der Fabrikhalle in Büsserach, wo gerade das neue «Innovationszentrum» der ehemaligen Von Roll AG entsteht. 2023 wurde die Breitenbacher Traditionsfirma vom deutschen Unternehmen Altana gekauft und der Altana-Tochterfirma Elantas angegliedert, was ein neues Kapitel für die Firma und die Region einläutet.

Die Produktion von Glimmer-Isolationsmaterialien in den Breitenbacher Isola Werken begann 1903. Gegründet wurde die Firma auch, um der hohen Arbeitslosigkeit im Bezirk entgegenzuwirken. Das Unternehmen prägte lange als Hauptarbeitgeber die ganze Region und wurde 1987 durch die Gerlafinger Von Roll AG aufgekauft, die ihren Sitz 2008 nach Breitenbach verlegte. Nun gehört aber sowohl der Name als auch der über hundertjährige Fabrikstandort Breitenbach der Geschichte an. Denn der Umzug ist abgeschlossen und anstelle der blauen Von-Roll-Schriftzüge prangt neu Elantas an den Fabrikfassaden.

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

«Dieser Schritt ist ein klares Bekenntnis zum Standort Büsserach», sagt Goretzki. Denn Elantas investiere über 12 Millionen Franken in die Modernisierung der Gebäude und Ausstattung. «Das vorhandene Wissen wurde erkannt. Wir wurden nicht primär wegen unserer vorhandenen Anlagen aufgekauft.»

Das Kerngeschäft — die Produktion von Hochspannungsisolationsmaterial — bleibe dasselbe. Eingesetzt werde dieses in Generatoren von Wasser-, Atom- und Windkraftwerken. Zurzeit befinde sich die Firma auch in der Markteinführung von Brandschutzmaterialien für die Luftfahrt. «Wir beschäftigen über 200 Mitarbeitende.» Diese Arbeitsplätze seien gesichert, beteuert Goretzki. Ein Stellenausbau sei derzeit nicht geplant.

«Der Umzug spricht für die guten Rahmenbedingungen in Büsserach», meint dessen Gemeindepräsident Rainer Kübler. Von positiven Auswirkungen auf die Steuern sei auszugehen. «Viel wichtiger für die Gemeinde und den Kanton sind aber die Arbeitsplätze, die erhalten bleiben.» Eine merkliche Verkehrszunahme befürchte er nicht. Die Zu- und Wegfahrt zur Fabrik werde neu über die Industriestrasse erfolgen. Ein Kredit für Strassenanpassungen werde an der Gemeindeversammlung im Juni 2026 beantragt.

Für Breitenbach endet damit jedoch ein Stück Industriegeschichte. Die Industriehallen an der Lüssel wurden 2021 an die Seraina Investment Foundation verkauft, die das Gelände bis 2038 in ein Wohn- und Arbeitsquartier transformieren und die Bausubstanz erhalten will.

«Ein grosser Teil der Bevölkerung ist mit der Isola verbunden», sagt der Breitenbacher Gemeindepräsident Christian Thalmann (FDP), der selbst dort arbeitete. Mit dem Abzug seien Emotionen verbunden. Wichtiger sei aber, dass ein «namhafter Industriebetrieb» in der Region ansässig bleibe. «Auch die frei werdenden Flächen ergeben — wenn richtig und sachte umgesetzt— einen Mehrwert für die gesamte Region.»