Die Rechnung in Hofstetten-Flüh schliesst deutlich besser ab als gedacht

Die Zahlen, die der Gemeinderat von Hofstetten-Flüh der Rechnungsgemeindeversammlung vorlegte, zeichnen ein anderes Bild als jene des Budgets.

Hofstetten-Flüh

In den letzten Jahren prägten düstere Prognosen und harte Diskussionen den Budgetprozess von Hofstetten-Flüh. Es war die Rede von zu hoher Verschuldung, einem drohenden Investitionsstopp und einer unumgänglichen Steuererhöhung. Für die Genehmigung des Budgets 2024 benötigte es mehrere Anläufe, und auch ein Jahr später gingen die Emotionen hoch, weil man ein grosses Loch in der Gemeindekasse befürchtete. Letztlich verabschiedete die Gemeindeversammlung im Dezember 2024 das Budget 2025 mit einem Aufwandüberschuss von 533000 Franken bei einem Steuerfuss von 113 Prozent.

Im Juni 2026 sieht vieles anders aus. Die Jahresrechnung 2025 schliesst um 1,2 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Das Interesse an der Gemeindeversammlung hielt sich in Grenzen: 47 Stimmberechtigte (inklusive Behördenmitglieder) haben sich in der Mehrzweckhalle eingefunden. Die Nachtragskredite wurden abgesegnet und die Jahresrechnung 2025 diskussionslos genehmigt, nachdem Finanzverwalterin Sandra Seiler die wichtigsten Veränderungen zum Budget erläutert hatte. Der Personalaufwand war 50900 Franken unter Budget, beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand hat die Behörde 32000 Franken weniger ausgegeben und beim Finanzaufwand waren die Zinssätze tiefer als angenommen, wodurch Hofstetten-Flüh 30000 Franken einsparte. Bei den gebundenen Ausgaben fielen die Beiträge an die Kreisschule und an die Sozialregion insgesamt um 233600 Franken tiefer aus als budgetiert. Zudem kam die Gemeinde dank des positiven Jahresergebnisses der Stiftung Blumenrain in den Genuss eines Sondereffekts in der Höhe von 420000 Franken. Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen lagen 392000 Franken über dem Budget, wovon rund 200000 Franken Sondersteuern aus Kapitalabfindungen seien, erklärte Seiler auf Nachfrage aus dem Plenum. Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Heiko Keck sprach von einem «positiven Trend des Schuldenabbaus. Die Nettoschuld pro Einwohner geht runter von 2613 auf 2157 Franken», verkündete er. Damit bewegt sich Hofstetten-Flüh nach den Vorstellungen des Kantons Solothurn im unteren Bereich der mittleren Verschuldung und zählt zudem beim Finanzausgleich aufgrund der hohen Steuerkraft zu jenen Gemeinden, die Millionenbeträge abliefern.

Auch bei den übrigen Geschäften wie dem Reglement «Frühe Sprachförderung», mit welchem die Gemeinde auf die kantonale Vorgabe reagiert sowie die beantragte Unterstützung der Verfassungsinitiative «Faire Verteilung der SNB-Gelder» herrschte im Saal Einigkeit, und beim Traktandum «Verschiedenes» gab es keine Wortmeldung. Gemeindepräsidentin Tanja Steiger zeigte sich sehr erfreut über den speditiven Verlauf.