Der TV Grindel übertraf sich selbst
Der Turnverein Grindel feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Mit der Organisation eines einem zweitägigen Jubiläumsfestes übertraf er sich selbst und zeigte, was den Verein ausmacht.
Grindel
Vor zwei Jahren stellte der TV Grindel ein OK zusammen, das sich des Jubiläumsfestes annehmen sollte. Unter der Leitung von Philippe Garcia machten sich 15 Personen an die Arbeit. Man wollte sich etwas gönnen, meinte Garcia, denn das Unterhaltungsprogramm war vielversprechend, drohte jedoch die mit 519 Einwohnenden überschaubare Gemeinde an ihre Grenzen zu bringen. Am Freitag trat die beliebte und gerade im Zusammenhang mit dem Schweizer Eishockey bekannte Stubete Gäng auf, am Samstag war es der nicht minder bekannte Baschi. «Wir haben ein Zelt für 2000 Gäste aufgestellt und der Freitag war schon lange vor dem Anlass ausverkauft», schilderte Garcia. Es sei eine Herausforderung gewesen, wie man so viele Leute ins Dorf bringt und wie und wo man die Fahrzeuge abstellt. Während am Freitag die Vorband The Micachipmunks das Lied «Venus vo Bümpliz» zum Besten gab, zog Garcia auf dem Sponsoren-Turm bereits eine zufriedene Bilanz. «Was im Vorfeld des Festes im Dorf und vor allem im Verein abging, kann mit Worten nicht beschrieben werden. Alle standen hinter dem Jubiläumsfest und arbeiteten mit Begeisterung mit.» Er habe in der Nacht auf den Freitag nicht gut geschlafen, gab Garcia zu. «Trotz all der geleisteten Arbeit bleiben doch immer Fragen und die Unsicherheit, ob man auch wirklich an alles gedacht hat. Vor allem die Ankündigung, dass am Freitagabend ein heftiges Gewitter kommen könne, löste zusätzliche Anspannung aus.» Grindel wurde verschont, bekam nur etwas Regen ab. Und auch gegen die Hitze war man gewappnet: Es wurde eine Schneekanone zur Sprinkleranlage umgebaut. Am Samstag feierte sich der Verein mit dem offiziellen Festakt selbst. Sandra Hänggi, Präsidentin des Regionalturnverbands Dorneck-Thierstein, gratulierte dem TV Grindel ebenso wie Gemeindepräsident Michel Borer. Besonders gefreut hat man sich in Grindel über den Besuch von Solothurns Regierungsrat Mathias Stricker. Er ging in seiner Rede auf die sportlichen Erfolge und den tollen Zusammenhalt des Vereins ein. Klubpräsident Stefan Henz, der seit acht Jahren den Verein führt, nahm die Anwesenden mit auf die Reise von der Gründung bis zum Tag des Jubiläumsfests. Dass Turnvereine eine Familie sind, zeigte sich auch dadurch, dass sämtliche Vereine aus dem Laufental und dem Schwarzbubenland mit einer Delegation anwesend waren. Die vielen aufgereihten Vereinsfahnen boten ein eindrückliches und dem Anlass würdiges Bild. «Unsere Geschichte ist bereits jetzt schon speziell und erfolgreich, wenn ich an unsere Korbballer denke», sagte Henz. «Aber wie wir als Verein und kleines Dorf einen solchen Anlass auf die Beine stellen und durchführen konnten, ist unglaublich und erfüllt mich mit Stolz.» OK-Präsident Garcia hatte am Samstag selbst Geburtstag, wird diesen jedoch wohl erst später feiern. «Bereits am Sonntag waren wir wieder auf der Anlage und begannen mit dem Rückbau. Einen Aufbau macht man noch mit Vorfreude, der Abbau wird dann eine Herausforderung. Aber ich bin sicher: Auch das werden wir diese Woche noch gut erledigen», so Garcia. Der TV Grindel hat mit diesem Fest seine beste Visitenkarte abgegeben.



