Burg Rotberg in neuem Glanz
Im Rahmen der Teilsanierung von 2024 bis heute wurden in der Jugendherberge Burg Rotberg in Mariastein unter anderem die Innenräume sanft renoviert und an heutige Bedürfnisse angepasst. Der Abschluss der Arbeiten wurde am Dienstag gefeiert.

Metzerlen-Mariastein
Wer die 154 Stufen zur Burg Rotberg erklimmt, wähnt sich sogleich in vergangene Zeiten. Hoch über dem Solothurner Leimental gelegen, eröffnet sich den Gästen nicht nur ein Stück Geschichte, sondern auch eine grandiose Aussicht — und gemäss René Dobler, Präsident der Stiftung Burg Rotberg, «der schönste Sonnenuntergang».
Anlässlich des feierlichen Abschlusses der Arbeiten begrüsste Dobler zahlreiche Gäste, darunter fast den gesamten Stiftungsrat sowie viele Gönnerinnen und Gönner. In seiner Ansprache zeichnete er die lange Geschichte der Anlage nach. Die Burg sei in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut worden, später zerfallen und 1935 wieder instand gestellt worden. Damals hätten arbeitslose Jugendliche die Ruine wieder aufgebaut, mit dem Ziel, eine Jugendherberge zu schaffen, führte Dobler aus.
Die Stiftung Burg Rotberg trägt die Anlage bis heute. «Unser Auftrag ist es, die Burg zu erhalten und den Betrieb einer Jugendherberge sicherzustellen», so Dobler weiter.
Zwischen 2024 und heute wurden insbesondere die Zimmer — (10 Zimmer mit 78 Betten), Aufenthaltsräume und Fassade sanft renoviert und den heutigen Anforderungen angepasst, ohne den Charakter der Burg zu verändern. Die kantonale Denkmalpflege habe den Prozess eng begleitet. Ausserdem wurden brandschutztechnische Verbesserungen vorgenommen. Im Rittersaal kann neu eine Waffensammlung von Ernst Siefert aus Aesch bewundert werden.
Finanziert wurde das Projekt aus den Lotteriefonds der Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie durch Beiträge von Stiftungen und Privaten. Für die Planung zeichnete das Architekturbüro Groenlandbasel verantwortlich. Dieses habe «Altes und Neues wunderbar» verbunden, sagte Dobler. Sichtbar wird dies unter anderem in den neuen dreistöckigen Betten aus Eschenholz. Diese bieten den Gästen mehr Privatsphäre, obwohl sie in Mehrbettzimmern untergebracht sind. Die Arbeiten auf der Burg stellten alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. «An so einem Ort solche Umbauten durchzuführen, ist anspruchsvoll», hielt Dobler fest. Dies habe sowohl für die Bauarbeiter als auch für den Betrieb gegolten. Die Lage auf dem Felsen erschwert insbesondere den Transport.
Seit 2023 wird die Jugendherberge von Andrea Adamer und ihrem Team geführt. Adamer ist ursprünglich Sportlehrerin und hat die Ausbildung zur SAC-Hüttenwartin absolviert. Gelandet ist sie jedoch nicht in einer SAC-Hütte, sondern auf der Burg Rotberg. Ihr Arbeitsalltag ist vielseitig: «Ich mache hier alles: Hauswartin, Putzen, Köchin.» Gerade die Logistik sei «auf dem Felsen oben manchmal herausfordernd». Adamer lebt auf der Burg und führt den Betrieb mit einem festen Team. Der Betrieb läuft jeweils von Februar bis kurz vor Weihnachten. Von April bis Juni kommen vor allem Schulklassen, erklärte Adamer. Diese nutzen die Burg regelmässig für Aufenthalte und Lagerwochen. An Wochenenden wird die Burg häufig für private Anlässe gemietet.
Der Anlass vom letzten Dienstag endete mit einem Apéro riche aus der Küche der Jugendherberge.