Beeindruckende Bilder im All
Der Blick in den Himmel, das Weltall, Sterne und Sternenbilder faszinieren seit jeher. Die einen mehr, die anderen weniger. Martin Streckeisen ist seit seiner Jugendzeit ein begeisterter Himmelsbeobachter. Er hat sich vor kurzem an seinem Wohnort Erschwil eine Sternwarte eingerichtet.

Erschwil
Nachdem er als Jugendlicher in einer Sternwarte durch ein Teleskop geschaut hatte, um Planet Jupiter zu beobachten, wollte er sogleich ein eigenes Fernrohr. Der Blick in den Himmel entfachte in ihm so grosses Interesse, dass er sich anfänglich kleine Fernrohre baute und unter Anleitung einen Teleskopspiegel schliff. Die Faszination der Himmelsbeobachtung zu unterschiedlichen Jahreszeiten begleitet Martin Streckeisen bis heute. Sein Interesse sei «intrinsisch», also in ihm angelegt und ohne äusseren Druck entstanden. Die Sternenbilder seien das eine. Es sei jedoch auch viel Technik dabei. Und: «Was ich durch das Fernrohr betrachte, kann ich auch fotografieren.» Ausserdem machte es ihm viel Spass, die neue Sternwarte aufzubauen. Sie besteht aus einem kleinen, verschiebbaren Häuschen, das sich wegrollen lässt. Die Beobachtung der Sternenwelt stehe jedoch im Zentrum. «Die letzten Nächte», so der 72-Jährige, «habe ich durchgemacht.» Ihn fasziniere die Vorstellung der Unendlichkeit, das Riesige, die Zeiträume. Das sei «wie etwas Jenseitiges».
Zurück in die Nordwestschweiz
Streckeisen, in Dornach geboren, verbrachte die meiste Zeit in Basel, wo er am Basler Kurszentrum K5 als Deutschlehrer Migrantinnen und Migranten unterrichtete. Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Lebenspartnerin ins Emmental. Seit zwei Jahren leben sie wieder in ihrer alten Heimat Nordwestschweiz in Erschwil.
Bereits im Emmental hatte er auf seinem Grundstück eine Sternwarte gebaut. «Das wäre in Basel aufgrund der schlechteren Sicht nicht möglich gewesen.» Zu viel Dunst und Verschmutzung. In Erschwil gebe es vor allem gegen Süden zu eine gute Sicht. Vergangenen Winter baute er sich neben dem Haus eine neue, verschiebbare Schalung für seine Apparaturen.
Sternenhaufen und Gasnebel
Er hätte sich eine berufliche Ausrichtung im Bereich der Astrophysik durchaus vorstellen können, sagt der Hobby-Astronom. «Ich war wohl zu wenig fleissig für so was. Hätte man in Basel studieren können.» Betreibe man Astronomie als Hobby, so sei man jedoch freier. Und das mache Spass.
Mit dem Fernrohr lassen sich einzelne Planeten, Sterne, ganze Sternhaufen, Gasnebel oder Satelliten wie der Mond in die Nähe rücken. Die Landschaft des Mondes etwa sehe man sehr detailreich. Martin Streckeisen ist Mitglied des Astronomischen Vereins in Basel, einer Einrichtung mit über hundert Mitgliedern, von denen einzelne vergleichbare Teleskope betreiben. Jeweils freitags trifft man sich, bietet Führungen an, sofern es das Wetter zulässt. Ist die Sicht zu wenig klar, «setzen wir uns zusammen und tauschen uns aus». Manchmal «hält einer einen Vortrag».
In Erschwil lädt Streckeisen, erlaubt es die Sicht, einmal monatlich zur Himmelsbeobachtung ein. Dabei lässt sich anhand von Streckeisens Wissen einiges über das All in Erfahrung bringen.
Sternwarte Erschwil, Schulstrasse 30, Erschwil. Geführte Beobachtung am Sternenhimmel am 17. Juli, nur bei klarem Himmel, kostenlos. Anmeldung: m.streckeisen@bluewin.ch