Baustoffmarkt schliesst seine Tore
Die Region verzeichnete in den letzten Jahren ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum mit anhaltender Nachfrage nach Baustoffen. Trotzdem schliesst die schweizweit tätige Baustoffhändlerin, die HGC Genossenschaft, ihre Filiale in Breitenbach.
Breitenbach
Der Handel mit Baustoffen hat in Breitenbach eine lange Tradition. Das Geschäft, das zuletzt von der Genossenschaft HGC im Gebiet Bodenacker betrieben wurde, geht zurück auf den Familienbetrieb Marti & Co mit dem Gründungsjahr 1948 und war in den 90er-Jahren modernisiert worden. Trotz des seit Jahren im Laufental-Thierstein anhaltenden Baubooms beschloss die HGC, die schweizweit über 60 Standorte betreibt, die Filiale Breitenbach zu schliessen. Dass die Bauherren gestern vor verschlossenen Toren standen, war kein schlechter Aprilscherz, sondern das Ende des Breitenbacher Abholstandortes.
Nachgefragt bei der HGC mit Sitz in Zürich bestätigt Peter Aeschlimann, Leiter Marketing, dass die Unternehmung den Standort Breitenbach nicht mehr weiterführen möchte. Der Entscheid basiere auf wirtschaftlichen Überlegungen. «Breitenbach war für uns ein Standort mit zu wenig Frequenz. Wir hatten trotz kompetenter Marktbearbeitung zu wenige Kunden. Abholstandorte benötigen eine hohe Kundenfrequenz, um wirtschaftlich betrieben werden zu können», erklärt Aeschlimann. Der Standort Breitenbach sei geografisch für den Baustoffhandel ungünstig gelegen. Er betont, dass es sich nicht um eine schweizweite Tendenz handle, sondern um eine standortspezifische Entscheidung mit Fokus auf logistisch gute Lagen. «Wir investieren seit Jahren gezielt in unser Filialnetz und werden dies auch künftig fortsetzen. So haben wir im vergangenen Jahr ein neues Logistikzentrum in Inwil in Betrieb genommen und konnten in den vergangenen Jahren mehrere regionale Baustoffhändler übernehmen.»
Nur drei Mitarbeitende betroffen
Für die HGC war Breitenbach ein kleiner Abholstandort. Von der Schliessung betroffen seien drei Mitarbeitende. «Wir haben aber allen Betroffenen eine Folgelösung angeboten. Ein grosser Teil unseres Geschäfts erfolgt über die direkte Belieferung inklusive Ablad auf der Baustelle», führt Aeschlimann aus. In diesem Sinn möchte die HGC im Thierstein und Laufental weiterhin tätig sein. Der Lieferservice aus den grossen Logistikzentren bleibe für Breitenbach und Umgebung bestehen. «Die Region Nordwestschweiz ist für uns von grosser Bedeutung. Unsere Verkaufsstelle in Basel mit Ausstellung für Wand- und Bodenbeläge spielt dabei eine zentrale Rolle. Gleichzeitig suchen wir aktiv nach geeigneten Standorten, um die Versorgung mit Baumaterial weiter auszubauen», sagt Aeschlimann.
Die Genossenschaft HGC Baustoffhandel war 1899 in Zürich von zehn Baumeistern aus der Taufe gehoben worden und zählt heute knapp 3000 Genossenschafter aus allen Bausparten. «Dank der breiten Trägerschaft aus einer Vielzahl von Schweizer Bauunternehmen stehen wir auf sicherem Boden. Auch finanziell. Die Eigenkapitalquote liegt solide bei 64,5 Prozent», geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Das stärke die Ausgewogenheit und die langfristige Ausrichtung der Genossenschaft für den Baustoffhandel.
Nutzung des Areals noch offen
Nach der Schliessung der HGC-Filiale dreht sich in Breitenbach alles um die Frage, wie das Areal, das in der Zone für gewerbliche Nutzung liegt, in Zukunft wohl genutzt werden könnte. Aeschlimann hält dazu fest, dass die Frage, ob das Areal verkauft werden soll, noch offen sei. «Wir prüfen verschiedene Optionen für die weitere Nutzung. Sobald ein Entscheid vorliegt, werden wir transparent darüber informieren», gibt er zu verstehen.