Austritt aus dem Forum Schwarzbubenland
Dieter Künzli, Präsident des Forums Schwarzbubenland, nimmt Stellung zum Austrittsentscheid des Gemeinderates von Erschwil.

Erschwil
Der Gemeinderat von Erschwil kehrt dem Forum Schwarzbubenland den Rücken. Die Kosten-Nutzen-Überlegungen hätten den Ausschlag gegeben, sagt Gemeindepräsidentin Wally Allemann. Gemäss Gemeindeordnung liege die Kompetenz beim Gemeinderat, der Austritt aus dem Verein Forum Schwarzbubenland müsse nicht von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden. Der Schwerpunkt des Forums liege bei der Standortförderung und der Ansiedlung neuer Unternehmungen, dafür sei Erschwil nicht der richtige Ort, erklärt Allemann. «Wir wollen auch nicht mehr Tourismus.» In Zeiten, in denen Sparen angesagt sei, müssten Prioritäten gesetzt werden, das Geld könne besser investiert werden. «Wahrscheinlich sind wir nicht die einzigen Behördenmitglieder, die sich solche Gedanken machen», meint Allemann.
Auch Breitenbach wollte einmal austreten
Dieter Künzli, Präsident des Forums Schwarzbubenland, weiss, welche Signalwirkung ein Austritt haben kann. Vor 16 Jahren war es der Gemeinderat von Breitenbach unter seiner Leitung, der den Nutzen des Forums infrage stellte und den Mitgliederbeitrag einsparen wollte. Die Gemeindeversammlung forderte den Gemeinderat auf, den Austrittsentscheid rückgängig zu machen. In der damaligen Diskussion setzte sich die Einsicht durch, dass nicht der Austritt, sondern das vermehrte Einbringen im Vorstand und in den verschiedenen Arbeitsgruppen des Forums der richtige Weg sei.
Wirksamkeit der Projekte wird überprüft
Doch auch das Forum gehe über die Bücher, gibt Künzli zu verstehen. «Unabhängig vom Entscheid des Erschwiler Gemeinderates überprüfen wir die Wirksamkeit unserer Projekte kontinuierlich.» Seinen Schilderungen nach war die administrative Leitung des Forums im April 2026 von der Gemeindeschreiberin informiert worden, dass der Gemeinderat Erschwil eine Information über die Aufgaben und den Nutzen des Forums Schwarzbubenland wünsche. «Am 11. Mai 2026 haben wir dem Gemeinderat an dessen Sitzung die Ziele, aktuellen Tätigkeiten und den konkreten Nutzen für die Gemeinden ausführlich dargelegt und Fragen beantwortet und mussten später zur Kenntnis nehmen, dass sich der Gemeinderat mit knapper Mehrheit für einen Austritt per Ende 2026 aussprach, um den Jahresbeitrag von 4208 Franken einzusparen.» Künzli gibt zu bedenken: «Regionalentwicklung funktioniert nur im Verbund — kein Ort im Schwarzbubenland ist eine Insel. Jede Gemeinde profitiert von einer starken regionalen Wirtschaft sowie gesicherten Arbeitsplätzen vor Ort. Ausserdem profitieren die Allgemeinheit, der Tourismus und die Wirtschaft von guten Verkehrsverbindungen. Dafür setzt sich das Forum Schwarzbubenland mit viel Engagement ein.» Zudem leiste das Forum auch in Erschwil konkrete Unterstützung, es sei im Austausch mit dort ansässigen Unternehmungen. Die Ideen sollen nicht an einer Gemeindegrenze Halt machen.
Nachweisbarer Mehrwert
«Das Forum Schwarzbubenland generiert für alle Gemeinden der Bezirke Dorneck und Thierstein einen nachweisbaren Mehrwert. Wir bieten Gefässe für den interkommunalen Austausch und den Abbau von Bürokratie.» Die gute Vernetzung auf allen politischen Ebenen, in der Verwaltung und Wirtschaft sei ein grosser Vorteil. «Wir sind sehr aktiv in den Bereichen Arealentwicklung, Bestandspflege von Gewerbebetrieben, Neuansiedlungen und regionaler Interessenvertretung. Beispiele sind die Unterstützung des Dorffests Hochwald (21.–23. August 2026), die Durchführung der Konferenz der Gemeinderäte (22. Oktober 2026) oder ein Fachpodium am 5. November 2026 zur zukunftsfähigen Gestaltung von Gewerbezonen unter Beizug von Vertretern der Kantonsverwaltung, Wirtschaft und Treuhandbranche. Selbst bei der Ansiedlung von Hitachi Energy gelang uns die Kontaktaufnahme auf oberster Führungsebene. Vor zwei Wochen konnte die Vermittlung eines Unternehmens für die Eröffnung einer Zweigniederlassung im Leimental erfolgreich abgeschlossen werden. Der grösste Engpass unserer gesamten Region bleibt die ungenügende verkehrstechnische Erschliessung», führt Künzli aus. Deshalb setze sich das Forum mit Nachdruck für infrastrukturelle Schlüssellösungen und die Optimierung der lokalen Industrieerschliessungen ein. «Konkret arbeiteten wir mit bei der Korridorstudie zur Realisierung von regionalen Verkehrsprojekten (Muggenbergtunnel, Umfahrung Laufen/Zwingen, Zentrumsentlastung Laufen) und lancierten politischen Druck zur Beseitigung von Tempo 60 im Eggfluetunnel. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) erkennt die Wichtigkeit des Forums Schwarzbubenland als zentralen Ansprechpartner», argumentiert Künzli.
«Regionalentwicklung funktioniert nur im Verbund – kein Ort im Schwarzbubenland ist eine Insel.»