Austausch mit Unternehmen
Die Schreinerei Weber AG in Seewen wächst seit Jahrzehnten erfolgreich — doch räumliche Einschränkungen bremsen den Traditionsbetrieb. Ein geplanter Neubau könnte Abhilfe schaffen, scheitert derzeit jedoch an raumplanerischen Vorgaben des Kantons.

Seewen
«Es interessiert uns, mit welchen Herausforderungen Betriebe in der Region zu kämpfen haben, welche Pläne sie verfolgen, wie sich der Markt entwickelt und wo wir unterstützen können», erklärt Christian Imark, Standortförderer des Forums Schwarzbubenland. Aus diesem Grund besuchen er und die Arbeitsgruppe Wirtschaft regelmässig Unternehmen im Schwarzbubenland. So auch vergangene Woche die Schreinerei Weber AG in Seewen.
Die Schreinerei wird in dritter Generation von Severin Weber gemeinsam mit seinem Cousin Marcel Weber geführt. 2023 wurde der Betrieb mit dem Swiss Kitchen Award Gold ausgezeichnet. Das Unternehmen ist auf Küchen, Fenster und Innenausbau spezialisiert. In den vergangenen 80 Jahren ist der Betrieb kontinuierlich gewachsen und beschäftigt heute rund 20 Mitarbeitende. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, investierte die Firma vor einem Jahr in ein modernes, computergesteuertes Fenstercenter. Dieses ermöglicht eine flexible und effiziente Produktion. Zudem hat sich der Betrieb auf die Herstellung von Altbaufenstern für denkmalgeschützte Gebäude spezialisiert.
Bei der Führung durch die Schreinerei wird der Innovations- und Modernisierungswille deutlich spürbar. Mit den Räumlichkeiten stösst die Firma jedoch an ihre Grenzen. «Unsere Räume sind nur 2,20 Meter hoch. Doch oft sind Räume in neuen Häusern höher. So müssen wir beim Zusammenbau der Küchen oder Fenster teilweise in den Lagerraum ausweichen», erklärt Severin Weber. Ein noch grösseres Problem ist die Aufteilung des Betriebs auf zwei Gebäude, die durch eine befahrene Strasse getrennt sind. «Das führt zu zusätzlichen Transportwegen. Zudem benötigen wir Stapler, die für den Strassenverkehr zugelassen sind, was wiederum Mehrkosten für Nummernschilder, Versicherungen und Unterhalt verursacht»», ergänzt Marcel Weber. Aus diesen Gründen entstand die Idee eines Neubaus auf dem firmeneigenen Gelände.
Gemeinsam mit der Fachhochschule Bürgenstock erarbeiteten Webers ein Projekt für eine Produktionshalle von 58 auf 27 Meter. Die anfängliche Begeisterung ist jedoch Ernüchterung gewichen. Nach aktuellem Perimeter der Gemeinde ist das Projekt nicht realisierbar. Es bräuchte eine Zonenänderung und die Bewilligung einer höheren Ausnützungsziffer. Auf Wunsch der Gemeinde wurde ein öffentliches Mitwirkungsverfahren durchgeführt. Niemand der Anwohnenden erhob Einwände gegen das Projekt. Auch die Gemeinde Seewen steht dem Neubau positiv gegenüber. Das Amt für Raumplanung des Kantons Solothurn lehnt das Projekt jedoch ab. «Ich sehe in diesem Projekt noch viele ‹Gerne, Hätte, Möchte›. Der Kanton steht Firmen, die sich weiterentwickeln wollen, grundsätzlich wohlwollend gegenüber. Entscheidend ist nun, alle Beteiligten — Raumplanungsamt, Gemeinde und Unternehmen — an einen Tisch zu bringen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten», erklärt Andreas Gasche, Leiter Standortförderung des Kantons Solothurn, der ebenfalls an der Besichtigung teilnahm. Natürlich brauche ein solcher Prozess Zeit. Drei bis fünf Jahre müsse man bis zur Realisierung eines solchen Projekts rechnen. Webers wollen nichts vorantreiben, was schlussendlich nicht umsetzbar sei. Die Antwort gibt nun Zuversicht.
Christian Imark, seit Januar als Standortförderer im Schwarzbubenland tätig, sieht genau in solchen Begegnungen die Chance, etwas zu verbessern und zu bewegen. «Einerseits können wir Unternehmen beraten. Andererseits können wir — mit meinem Netzwerk als Nationalrat und jenem von Mark Winkler von der Arbeitsgruppe und als ehemaligem Kantonsrat — Kontakte herstellen und vermitteln.» Ziel sei es, die regionale Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze im Schwarzbubenland langfristig zu sichern.