«Wie ein kleiner Napoleon»
Christian Imark, der jüngste Kantonsratspräsident in der Geschichte Solothurns, über sein erstes halbes Jahr.

Wie s
ieht
I
hre Agenda aus?
Prall gefüllt. Neben der normalen Ausübung meines Berufes besuchte ich am letzten Sonntag den 116. und 117. Anlass dieses Jahres in der Funktion des Kantonsratspräsidenten.
Wo sind Sie am meisten anzutreffen?
Gute Frage. Es kommt auf die Einladungen an. Selbstverständlich gehe ich in jede Region. Als Thiersteiner ist es mir aber ein Anliegen, dass die Schwarzbuben nicht zu kurz kommen. Auch die Kantonsratssessionen finden aufgrund des Umbaus des Ratssaals bekanntlich nicht nur in Solothurn, sondern auch in Grenchen und in Nunningen statt.
Ihr eindrücklichstes Erlebnis?
Sehr eindrücklich ist zu erleben, was für uns Schweizer im Grunde genommen pure Normalität und Selbstverständnis ist. Jedes Jahr wird eine neue Person des Volkes zum «höchsten Solothurner» gewählt und über die gesamte Dauer eines Kalenderjahres gewürdigt. Dieser eindringliche Akt der Demokratie wird in solch beispielloser Manier zelebriert, dass man sich bisweilen vorkommt wie ein kleiner Napoleon, obschon man nur der Kantonsratspräsident ist.
Der jüngste höchste Solothurner in der Kantonsgeschichte zu sein, ist nochmals etwas Besonderes?
Für die erfolgreiche Führung des Amtes spielt das Alter genauso wenig eine Rolle wie die Parteizugehörigkeit. Die Anzahl der bisherigen Amtsjahre ist hingegen schon wichtiger. Bereits vor Jahren habe ich in einer Arbeit die wichtigsten Aufgaben und Tätigkeiten eines Kantonsratspräsidenten festgehalten. Es sind dies die korrekte Führung der Debatten und Abstimmungen und die Gleichbehandlung aller involvierten Räte, Parteien und Fraktionen. Natürlich kann ich mein junges Alter bestens nutzen, um Angelegenheiten der Solothurner Politik bekannt zu machen, und ganz allgemein, um Barrieren zu durchbrechen.
Wie ist die Reaktion der Leute?
Sehr positiv. Viele finden es gut, dass letzten Dezember zum ersten Mal in der Geschichte des Kantonsrats ein 29-Jähriger zum Präsidenten gewählt wurde. Ich selber versuche stets die Institution Kantonsrat ins Zentrum zu rücken und zu stärken. Denn diese stand in der Vergangenheit, zu Unrecht, oft in der Kritik oder wurde nicht genügend ernst genommen. Dabei leistet man gute Arbeit und ist effizient. Anliegen werden aufgegriffen, kontrovers diskutiert und beurteilt. Die Kernaufgabe eines jeden Parlaments. Meine Person spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Was empfehlen Sie den Schwarzbuben?
Kommen Sie am 28./29. August oder 4./5. September nach Nunningen in die Hofackerhalle, wo die Kantonsratssession stattfindet, knüpfen Sie Kontakte und erzählen Sie vom Schwarzbubenland, von der Landschaft, von der Arbeit, von den Menschen. Dies ist unsere Hausaufgabe, wenn die Solothurner Politik bei uns im Schwarzbubenland zu Gast ist. So funktioniert die Politik.
Fortsetzung in der nächsten Printausgabe vom 2. August


