Welche beiden machen das Rennen?
Das Wochenblatt und Nationalratskandidat Remo Ankli luden zu einem spannenden Polit-Abend in Breitenbach. Die vier Ständeratskandidaten kreuzten im Pfarreisaal die Klingen.

Der SVP-Prophet Christoph Blocher habe früher im Verwaltungsrat einer der grössten Schweizer Banken dafür gesorgt, dass das Eigenkapital tief gehalten wird, an den jetzigen Wirtschaftsproblemen sei die SVP genauso mitschuldig wie Vertreter anderer bürgerlicher Parteien, stellte SP-Ständerat Roberto Zanetti klar. Sein Herausforderer von der SVP, Walter Wobmann, negierte: «Was hat Blocher mit den Banken zu tun?» Das Publikum – an diesem Dienstag zahlreich erschienen – kommentierte diese Aussage mit Gelächter.
Das Publikum liess die Bewerber, die den Stand Solothurn in Bern vertreten wollen, wissen, dass man gewissenlose Manager, Profiteure und Abzocker endlich in die Schranken verwiesen haben will. Dass die Abzocker-Initiative so lange nicht zur Abstimmung kommt, sei verwerflich, so die Botschaft einiger Zuhörer. Das sei nur, weil man um einen guten Gegenvorschlag ringe, rechtfertigte FDP-Kandidat Kurt Fluri. Wenn das System der Marktwirtschaft an gewissen Stellen faule, dann müsse man den Hebel am richtigen Ort ansetzen, anstatt mit Pauschaleinschränkungen um sich zu schlagen. Zanetti hielt dem entgegen, dass es den Bürgerlichen gut anstehen würde, uferlose Machenschaften endlich zu unterbinden. Für die Wirtschaft seien einmal mehr kreative Lösungen gefragt. Arbeitsplatzsicherung und Stabilität seien letztlich nur mit Nachhaltigkeit erreichbar.
Eine Frage der Gradlinigkeit und letztlich auch eine Glaubensfrage ist auch das Thema Atomausstieg. Mit seinem Entscheid, in 30 Jahren seien Alternativen zu den Kernkraftwerken gefunden worden, habe das Parlament fahrlässig gehandelt, sagte Wobmann, während Zanetti diesen als umsichtiges Denken lobte und das er schon vor 25 Jahren als politisches Ziel gesetzt habe. CVP-Kandidat Pirmin Bischof rechtfertigte den Entscheid ebenfalls mit einer neuen Strategie – zugunsten des Schweizer Volks und seinem Wohngebiet. Nur schon bei kleinstem Austritt von Strahlung werden ganze Landstriche unbewohnbar, das könne sich die Schweiz nicht leisten. Die Kernenergie sei noch zu wenig kontrollierbar. Die Forschung sei weiterhin möglich, doch erkenne man auch in den alternativen Energien grosses Nutzungspotenzial.
Zanetti freute sich natürlich über Verbündete in seinem Kampf gegen Atomkraftwerke, allerdings stellte er Bischof die Frage, wie es sich mit dem Gewissen vereinbaren lasse, trotz Gesinnungswandel den Sitz im Verwaltungsrat eines KKWs nicht zu räumen. Er sei dort als Vertreter des Kantons, meinte Bischof. Für Zanetti war dies, «wie wenn in der AG der Bäckerei Sutter ein Verwaltungsrat für die Abschaffung des Brotbackens votiert.»
Keinen leichten Stand in der Frage des Atomausstiegs hatte auch FDP-Kandidat Kurt Fluri. Vor lauter Aufzählung, welche Probleme diesbezüglich auf die Schweiz zukommen, vermisste man im Publikum die Perspektive, wie sich die FDP dafür einsetzen wolle, den Stromverbrauch zu senken und allfällige Stromlücken zu schliessen. Zanetti und Bischof setzten in ihrer Vision auf den technischen Fortschritt. «Wer hätte vor zehn Jahren geglaubt, was heute mit einem Handy alles machbar ist?», so Zanetti.


