Variantenreiche Klassik
Das Orchester Laufental-Thierstein konzertierte gemeinsam mit Schülern der Musikschule.

Es ist immer aufs Neue bewundernswert, mit welch grossem Enthusiasmus die Mitglieder in ihrer Freizeit musizieren», schwärmt Anneka Lohn. Die Dirigentin des Orchesters Laufental-Thierstein studiert mit den Instrumentalisten Woche für Woche verschiedene Stücke ein. Ziel der Proben sind die zwei alljährlichen Konzerte, denen jeweils sehnsüchtig entgegengefiebert wird. Letztes Wochenende war es in Breitenbach wieder einmal soweit. In der katholischen Kirche wurde das Resultat von einem halben Jahr Arbeit präsentiert.
Für den ersten Teil spannte das Orchester heuer mit der Musikschule Laufental-Thierstein zusammen. Gemeinsam mit rund fünfzig Musikschülern wurden vier kürzere Werke zum Besten gegeben. Im «Isländischen Ausflug» von Elias Davidsson streichelten die Bögen zu Beginn die Violinen so leise, dass sich die Zuhörer an das Plätschern von Regen erinnert fühlten. Auch das Rauschen von Wind wurde mit sägenden, durch Mark und Bein gehenden Geigenklängen nachgeahmt. Die brillanten Leistungen der Schülerinnen und Schüler der Musikschule machten deutlich, dass man sich um den hiesigen Orchesternachwuchs keinerlei Sorgen machen muss.
Im Anschluss gehörte die Bühne allein dem Orchester Laufental-Thierstein. Robert Schumanns opulente vierte Symphonie entpuppte sich als Wechseldusche sondergleichen. Die äusserst experimentelle Komposition des Deutschen zeigte eindrücklich den Variantenreichtum der klassischen Musik auf. Auf sanfte Pizzicati folgten gespenstische Tonfolgen. Wenige Augenblicke später riss das Orchester die musikalische Drohkulisse wieder nieder und es erklangen die wohligsten Harmonien durch die katholische Kirche. Mit einem Herzschlagfinale ging das Stück nach über einer halben Stunde zu Ende.
Besondere Freude an der vertrackten Symphonie von Schumann hatte Max Jeker aus Büsserach. «Zwar war es am Anfang schwierig, die komplexe Struktur zu durchschauen. Mit jeder Probe erschlossen sich aber mehr Feinheiten. Letztendlich machte es riesigen Spass, dieses Lied zu spielen», sagt der 79-Jährige. Für seine Dirigentin Anneka Lohn ist Jeker voll des Lobes. Seit sie im Jahr 2008 die musikalische Leitung übernommen habe, sei die Qualität des Orchesters gestiegen. Der Geigenspieler gibt aber auch zu, dass er zu Beginn Vorurteile gehabt habe. Schliesslich ist Lohn die erste Frau, die sich um die musikalischen Geschicke des Orchesters Laufental-Thierstein kümmert.


