Toni Brunner als Überflieger
An der Gründung der SVP Erschwil zündete Parteipräsident Toni Brunner ein rhetorisches Feuerwerk und SVP-Kandidat Albert Studer empfahl sich für die Solothurner Regierungsratswahlen.

Fröhlich, volksverbunden und unkompliziert trat Nationalrat Toni Brunner an der Gründungsversammlung der SVP Erschwil auf. Obschon heute die Eröffnung der Olma in St. Gallen sei und Christoph Blocher Geburtstag habe, sei er gerne nach Erschwil gekommen. «Ich habe mich schon ein wenig vor den Schwarzbuben gefürchtet, zumal die Führungskräfte der SVP immer wieder von dunklen Gestalten angeschwärzt werden», kalauerte der Präsident der Schweizerischen Volkspartei. Die angenommene Ausschaffungsinitiative sei immer noch nicht umgesetzt, weshalb die SVP jetzt noch eine Durchsetzungsinitiative aufgelegt habe, um dem Parlament endlich Beine zu machen.
Gar keine Freude hat Landwirt Toni Brunner an der neuen Agrarreform, die fortan keine Tierbeiträge, sondern nur noch Direktzahlungen für Land und ökologische Ausgleichsflächen ausrichtet. «Seien Sie unbequem und schwimmen Sie gegen den Strom», rief er den 70 Gästen in der Mehrzweckhalle Brühl zu. Riesiger Applaus erntete Brunner für seine kämpferische Rede, worauf er sich unters Volk mischte, Hände schüttelte, lachte und sich mit Fans fotografieren liess.
«Der Kanton Solothurn braucht endlich einen SVP-Regierungsrat», meinte Albert Studer, Gemeindepräsident und Kantonsrat von Hägendorf. Als 51-jähriger Unternehmer sei er für einfache und vernünftige Abläufe. «Was nichts nützt, machen wir nicht», ergänzte er sein Credo. Er geisselte die ausufernden Sozialkosten und den solothurnischen Verteilmechanismus, der allen Beteiligten keine Kostendisziplin verordne. Er plädierte für Steuersenkungen und für Gemeindefusionen, falls sie von den Betroffenen auch gewünscht werden.
Als Taufgötti leitete Studer die Gründung der SVP Erschwil, die als Turbo-Schnägge gegen die etablierten CVP und FDP Parteien antreten. Erster Präsident wird Silvio Jeker, der im Dorf konstruktiv mitarbeiten will. Am Schluss stellte Beat Balzli die 13 Kantonsratskandidaten vor. Einzig wieder Kandidierender ist Kantonsratspräsident Christian Imark, Beat Ehrsam tritt zurück. Die SVP hofft, einen dritten Kandidaten der Amtei Dorneck/Thierstein in den Rat zu bringen.


