Steimeyer will es nochmals wissen
Rainer Meyer, bekannt als Steimeyer, ist auf dem Sprung in einen neuen, spannenden Lebensabschnitt. Sein Ziel: Kenia. Das «Wochenblatt» hat mit ihm über seine Vergangenheit und Zukunft gesprochen.

Steimeyer gilt als fasnächtliches Urgestein von Laufen. «’s Räbeli» und «’s Chiechli» sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Rainer Meyer wurde 1956 als Sohn eines Coiffeurs in Laufen geboren. Da die Familie vis-à-vis dem Rathaus wohnte, bekam Klein Rainer das fasnächtliche Treiben von früh auf mit. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Coiffeurlehre. Wäre es nach dem Vater gegangen, hätte er sich in Paris drei Jahre lang die Haute Coiffure aneignen sollen. Aber er wollte seine Heimat nicht verlassen und wandte sich erstmals dem Sport zu: hauptsächlich dem Volleyball. Das Geld verdiente er mit Zwischenjobs. Mit 27 begann er bei den Jurassischen Steinbrüchen zu arbeiten. Dank seiner guten Sprachkenntnisse kam er im Aussendienst bis in die Türkei und in den Iran. Danach ging er für sieben Jahre zur Marbrerie Kaiser in Delémont, um sich 2001 selbstständig zu machen. Er gründete die Firma Trovanti, verkaufte Steine und gestaltete Steingärten, immer mit viel Herzblut. Eines Tages rief die Wirtin des Restaurants Loki der Kellnerin zu: «En Ystee für dr Steimeyer!» Sein Übername war geboren. Mit 65 schliesslich übergab er das Geschäft in jüngere Hände.
Schon mit 14 Jahren fuhr Rainer bei den «Ysfägern» auf dem Wagen mit. 1981 gründete er mit anderen Volleyballspielern die Wagenclique «Smäshers». 2001 fand im Brauereikeller das erste von ihm gegründete «’s Räbeli» statt, eine Vorfasnachtsveranstaltung, die in der Folge dreizehnmal ausverkauft war. Nach 2013 präsentierte er Schnitzelbänke, hörte aber auf, die Fasnacht zu kommentieren, da ihm die Tendenz zu Discowagen und humorfreien Saufgelagen nicht gefiel. «Irgendetwas fehlte mir», sagt Steimeyer. 2020 startete er mit der Steimeyer Comedy «’s Chiechli»; erst zwei Jahre allein, danach mit Roli Noirjean und «Strizzi», dem weiblichen Part. 2026 wird das «‘s Chiechli» zum siebten Mal über die Bühne gehen. Man müsse bis zur Premiere auf dem Quivive sein, um die neusten Ereignisse einzubauen. «Wir sind mit den Jahren lockerer geworden», so Steimeyer. Stolz ist er, dass es während Corona keine Unterbrechung gab.
Aufbruch zu neuen Ufern
Vor Kurzem hat Steimeyer sein Haus in Huggerwald verkauft. Im April reist er vorerst für einige Monate nach Kenia, wo er zusammen mit seiner fast zwanzig Jahre jüngeren Partnerin den Lebensabend verbringen will. Sein neuer Wohnort Nanyuki liegt mit seinen 50000 Einwohnenden auf 1986 m ü. M. am Fusse des Mount Kenya. Dort ist es im Gegensatz zur 5-Millionen-Stadt Nairobi ruhiger und sicherer. Was fasziniert Steimeyer an Kenia? «Es sind die Kultur, die Freundlichkeit der Menschen und das einfache Leben.» Ob es nicht Mut brauche, mit 70 auf einen anderen Kontinent umzusiedeln? «Der Schritt ist für mich nichts Spezielles. Das Herz zeigt mir den Weg», so Steimeyer. Jeweils an der Fasnacht werden er und seine Partnerin nach Laufen kommen, um hier und in Basel als «Schnitzelbänggler» aufzutreten.
Letztes Steimeyer-Comedy Chiechli: Do., 29.1.; Sa., 31.1. und 1.2.2026, im Hotel Restaurant Central. Vorverkauf: Tabak&Bijou-Lädeli zum Törli Laufen.


