Schulabgänger werden noch enger begleitet als in der Vergangenheit

Der Kanton Solothurn ist gewappnet. Seit Jahrzehnten begleitet er die Schülerinnen und Schüler sehr eng, was die Berufswahl und die Lehrstellensuche anbelangt. Das zahlt sich nun aus.

<em>Beratung: </em>Die Breitenbacher BIZ-Infothek ist wieder geöffnet, nach Anmeldung finden auch die Beratungsgespräche vor Ort statt.Foto: Gini Minonzio
<em>Beratung: </em>Die Breitenbacher BIZ-Infothek ist wieder geöffnet, nach Anmeldung finden auch die Beratungsgespräche vor Ort statt.Foto: Gini Minonzio

Bei den Lehrstellen im Kanton Solothurn gibt es keine grossen Probleme. Weder bei den bestehenden Lehrverträgen noch bei den zukünftigen. «Bisher gab es drei Vertragsauflösungen wegen Corona», bestätigt denn auch Rudolf Zimmerli, Leiter Berufslehren beim Kanton. Wie sich die Situation weiterentwickle, werde sich allerdings in den nächsten Monaten zeigen, wenn das Gastgewerbe und andere Unternehmen ihren Betrieb wieder voll aufnehmen.

Auch bei den neuen Lehrverträgen sieht die Situation stabil aus. Zum jetzigen Zeitpunkt seien 1550 Lehrverträge genehmigt, das sind ähnlich viele wie letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Damals waren es 1580 Lehrverträge. Ende August 2019 waren insgesamt rund 2200 neue Lehrverträge abgeschlossen worden. Erfahrungsgemäss kommen im Sommer noch die Spätentschlossenen dazu, so Zimmerli.

Auch den Spätentschlossenen steht noch die ganze Palette zur Auswahl. Im Augenblick hat es noch 900 freie Lehrstellen in allen Berufsgattungen. Zimmerli hält es den Betrieben zugute, dass sie das Angebot aufrechthalten. «Die Betriebe sehen die Lernendenausbildung als Investition in die Zukunft und sie nehmen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahr. Das ist ein sehr schönes Zeichen.»

Der Bewerbungsprozess sei zwar im Augenblick schwierig für die Spätentschlossenen, gibt Zimmerli zu. Denn, der Direktkontakt und auch das Schnuppern ist zurzeit nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Aber es gibt auch Betriebe, die ihre Bewerbungsgespräche online geführt haben. Das Amt trägt dennoch den Schwierigkeiten Rechnung. Wegen Corona werde man dieses Jahr den Annahmeschluss für Lehrverträge auf Mitte September verlängern.

Offensichtlich zahlt es sich aus, dass der Kanton Solothurn bereits im 17. Jahr die Jugendlichen bei der Berufswahl und der Stellensuche mit der «Berufswahlplattform» sehr eng begleitet. «Berufsorientierung» ist in der Sekundarschule B und E ein obligatorisches Fach.

Amt legt sich ins Zeug

Auch bei Renato Delfini, Leiter Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, gibt es aktuell noch keine Alarmzeichen. «Wir haben im Moment genau gleich viele Jugendliche ohne Anschlusslösung wie letztes Jahr.» Die Berufsberatung habe den Kontakt zu den Lehrpersonen sowie die Unterstützung der Schüler und Schülerinnen auch während des Lockdowns intensiviert, um für möglichst viele Jugendliche eine Lehrstelle oder eine weiterführende Schule zu finden.

Auch das «Berufsbildungsmarketing» des Kantonalen Gewerbeverbandes hat mit einer neu eingerichteten virtuellen «Lehrstellenvermittlung» ihre Anstrengungen intensiviert. Sowohl Lehrstellensuchende wie auch Lehrbetriebe können ihr Bewerbungsdossier beziehungsweise ihre offene Lehrstelle einreichen. Das Berufsbildungsmarketing kontrolliert danach auf Vollständigkeit und Passung und vermittelt die Angebote. Seit Jahren überträgt das Amt das Berufsbildungsmarketing erfolgreich dem Kantonal Solothurnischen Gewerbeverband.

Die Anstrengungen zahlen sich aus. Letztes Jahr hatten per Ende August lediglich rund 30 Schulabgehende keine Anschlusslösung. Das sind unter 1 Prozent des Schuljahrganges. 10 Prozent des Jahrganges bereiteten sich mit einem einjährigen Brückenangebot auf ihre zukünftige Lehre vor. Eine Abschätzung sei schwer, aber möglicherweise werden dieses Jahr wegen Corona mehr Jugendliche ein Brückenangebot als Zwischenlösung ins Auge fassen müssen. «Wir bleiben aktiv dran!», so Delfini.

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