Rund um die Uhr im Einsatz

Vier Wochen Ferien, ruhiger Feierabend, freie Wochenenden: Was für andere selbstverständlich ist, bleibt für die Fehrnerin Rita Probst ein Traum.

Pausenlos: Rita Probst pflegt Kleinkinder und eine Hundertjährige. Foto: Gini Minonzio
Pausenlos: Rita Probst pflegt Kleinkinder und eine Hundertjährige. Foto: Gini Minonzio

Es ist eine Lebensform, die am Aussterben ist. Rita Probst (67 Jahre alt) hält seit Jahrzehnten tagein, tagaus in Fehren einen arbeitsreichen Generationen-Haushalt zusammen. Sie wohnt mit ihrem Mann Werner, der betagten Mutter und den beiden Enkelkindern zusammen.

Warum leben Sie in einem Generationen-Haushalt?
Wir sind da hineingerutscht. Vor 36 Jahren haben mein Mann und ich mein Elternhaus gekauft. Weil meine Mutter nicht alleine wohnen wollte, haben wir sie aufgenommen. Nun ist sie 100 Jahre alt, und wir wohnen noch immer zusammen. Dazu sind unsere beiden Enkelkinder werktags bei uns.

Was hat Sie letzte Woche glücklich gemacht?
Ich bin immer glücklich, wenn die beiden Enkelkinder um mich herum sind. Sie geben mir sehr viel.

Was ist das Schönste an Ihrem Generationen-Haushalt?
Am Anfang hat meine Mutter viel im Haushalt geholfen. Nun ist es sehr schön, dass die beiden Enkelkinder bei uns sind.

Was ist das Härteste an Ihrem Generationen-Haushalt?
Ich lebe auf einem Pulverfass. Ich spüre einen enormen Druck, weil ich nie sicher sein kann, dass es meiner Mutter gut geht. Ich kümmere mich sieben
Tage die Woche rund um Uhr um die Mutter. Ich koche spezielle Menüs für sie, fahre sie zu ihren Freundinnen, zum Coiffeur, zur Pedicure, zum Arzt. Ich pflege sie, und kümmere mich um sie. Das braucht sehr viel Kraft. Zum Glück unterstützt mich mein Mann sehr. Er ist ein Goldschatz. Doch können wir nie zusammen aus dem Haus, weil immer jemand bei meiner Mutter bleiben muss. Letzten Herbst hatte meine Mutter einen Herzinfarkt und war schwer krank. Wir hatten schon einen Platz im Pflegeheim organisiert. Doch das brachte ich nicht übers Herz. Ich liebe sie. Sie bettelte so sehr, dass ich sie wieder nach Hause bringe. Nun lebt sie wieder bei uns und ich pflege sie weiter.

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