Rockkonzert im Brass-Sound

Der Senator (so der Titel des Eröffnungsmarsches) gab den Tarif deutlich durch: Das Konzert der Brass Band Breitenbach soll sich nahtlos an die Reihe der erfolgreichen Auftritte der letzten Jahre reihen.

Einstand als Solistin: Janine Wyss auf dem Flügelhorn. Fotos: Martin Staub

Einstand als Solistin: Janine Wyss auf dem Flügelhorn. Fotos: Martin Staub

Schlagzeugerin: Yolanda Grolimund singt auch kraft- und ausdrucksvoll.

Schlagzeugerin: Yolanda Grolimund singt auch kraft- und ausdrucksvoll.

Brass Band Breitenbach: Sonnt sich zurecht im Applaus des Publikums.

Brass Band Breitenbach: Sonnt sich zurecht im Applaus des Publikums.

Fulminant, differenziert und präzise wie eine Schweizer Uhr präsentierten die Breitenbacher nicht nur George Allans Eröffnungsmarsch, sondern ebenso das anschliessende Blazon von Peter Graham. Mit diesem Selbstwahlstück will die Band am 29. März am Espresso Contest ihren letztjährigen Titel verteidigen. Dieser Wettbewerb im zürcherischen Flaach hat es in sich, denn nebst dem Selbstwahlstück muss ein Aufgabenstück innerhalb nur einer Stunde einstudiert und aufgeführt werden.

Nach etwas kopflastiger Wettbewerbsliteratur folgten die leichter verdaulichen Titel, von denen die Solistin Janine Wyss den Anfang machte. Mit Children off the Sanchez schaffte die junge Breitenbacherin den Einstieg in den Status der Solistin mit Bravour. The Fellowship of the Ring von Howard Shore, der sich laut Moderator Alan Imhof beim Komponieren dieser Lord of the Rings Filmmusik etwas übermässig bei Richard Wagner bedient haben soll.

Nach der Pause deuteten die farbigen LED-Spots Rockiges an. Und tatsächlich, Schlagzeuger Oliver Hendry, gab bei Ghost Love Score von Nightwish seinen virtuosen Einstand als Gastsolist. Dann war Junggitarrist Timon Düblin an der Reihe. Der 15-Jährige jaulte auf seiner Gitarre zu November Rain von Guns N’Roses, was allerdings für eingefleischte Brass Band Fans etwas artfremd wirkte. Für ein Aha-Erlebnis sorgte anschliessend Schlagzeugerin Yolanda Grolimund, welche die Schlagstöcke mit dem Mikrofon tauschte und zum Erstaunen des Publikums Skyfall von Adele stimmgewaltig zum Besten gab. Die beiden Queen-Titel, Innuendo und Who wants to live forever rundeten den Rockteil der Brass Band Breitenbach angenehm ab.

Und schliesslich sei hier noch die ausgezeichnete Leistung des Dirigenten Enrico Calzaferri zu würdigen, der laut Ansage am kommenden Samstag mit Breitenbach sein letztes Jahreskonzert mit Breitenbach leitet. Nach sechs fruchtbaren Jahren wird er ab Sommer den Taktstock seinem Nachfolger übergeben.

 

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