Oberstufe muss unter ein Dach
Die gesamte Oberstufe Gilgenberg soll unter ein Dach. Lösungsansätze wurden am Montagabend in Himmelried diskutiert. Mit prominenter Beteiligung.

Die Solothurner Bezirksschule ist ein Auslaufmodell. Nach der neuen SEK-1-Reform gilt, wie in andern Kantonen in den oberen Klassen die Dreistufigkeit SEK A (Grundangebot), E (Erweitert) und P (Progymnasium). Dass die rund 150 Schülerinnen und Schüler (A und E) der fünf Gilgenberger Gemeinden unter einem Dach zusammengeführt werden sollen, ist nach vielen zähen Diskussionen den meisten Verantwortlichen klar. Die beste Lösung des Problems indes wird immer noch gesucht.
Aus diesem Grund organisierten die CVP, die Spielgruppe und der Mittagstisch Himmelried ein Podium, wo zusammen mit dem Bildungsverantwortlichen, Regierungsrat Klaus Fischer, nach Lösungen gesucht wurde. Die anwesenden Gemeindepräsidenten aus Himmelried (Roland Schmid), Fehren (Peter Merckx), Meltingen (Werner Hänggi) und Nunningen (Kuno Gasser) schenkten sich nichts, diskutierten aber kons-truktiv und fair, wie im Anhang Nationalrat und Ständeratskandidat Pirmin Bischof als geladener «Special Guest», feststellte. Hannes Häner, Präsident der Kreisschule Gilgenberg und Thomas Spaar, Präsident Kreisprimarschule Meltingen Zullwil waren ebenfalls Podiumsteilnehmer (entschuldigen musste sich lediglich Roger Hänggi, Gemeindepräsident Zullwil). Über die Frage «Oberstufe Gilgenberg – wohin?» diskutierten in der Folge auch rund 60 direkt oder indirekt betroffene Lehrpersonen, Eltern und Politiker.
Moderator Fabio Jeger, Kantonsrat CVP Meltingen, lancierte die Podiumsdiskussion mit Klaus Fischer, welcher die Ansprüche der Berufsbildung als Begründung für die aktuellen Schulreformen in den Mittelpunkt stellte. «Natürlich ist es sinnvoll, alle Leistungsstufen unter einem Dach unterrichten zu können», erklärte der Bildungsdirektor, «die Organisation aber liegt allein bei den betroffenen Gemeinden, die natürlich alle Vor- und Nachteile abwägen.» Gefragt war anschliessend Hannes Häner, der die bisher durchdiskutierten Szenarien präsentierte. Darunter auch ein ganz neues: «Die Oberstufe könnten wir an einem Ort – March oder Nunningen – unterbringen, und die Primarschulen von Nunningen, Zullwil und Meltingen am andern Ort vereinen.» Diese Variante, nach der alle Gilgenberger Primarschulen zu einem Kreis zusammengefasst würden, sei erst in den letzten Wochen auf den Tisch gekommen, erklärte der Präsident der Kreisschule Oberstufe. Himmelried und Fehren würden bei dieser Variante aber als Sateliten-Schulen bestehen bleiben, so Häner. Da zuvor immer nur vom idealen Standort der Oberstufe – Nunningen oder March – die Rede war, machte sich nun, wo plötzlich auch die Primarstufe tangiert werden könnte, im Publikum Kritik breit. «Ein Dorf ohne eigene Schule verliert seine Identität», war nur einer der Kommentare, die zu vernehmen waren. «Der Mist in dieser Sache ist noch nicht geführt», meinte Kuno Gasser, welcher der neuen Idee offensichtlich nicht viel Positives abgewinnen konnte. Dass diese Standortfragen eingehend und keinesfalls überstürzt diskutiert werden müssen, war an diesem Abend nicht zu überhören. Trotzdem – spätestens ab Schuljahr 2013/14 muss das Problem gelöst sein.


