Neugierige dürfen sich ausleben
«Es ist einfach toll, wenn wir den Spaziergängern die Landwirtschaft näherbringen können», sagt Jungbauer Severin Klötzli aus Huggerwald. Deshalb hat er letzten Donnerstag auf dem Hof seiner Eltern Larissa und Frank Klötzli einen Lock- und Denkpfad eingerichtet.

Gleich neben der Obstplantage stehen drei Lockpfosten, welche die Spaziergänger zum Lesen und Nachdenken verlocken wollen. «Fleischfest», «Sonnenkrone» und «Lustwandel» steht in grossen Lettern da. Klar, kommt man da näher und liest auch das Kleingedruckte.
Severin Klötzli hat sechs Themen rund um den Hof ausgewählt, bei denen er zusammen mit seinem Vater jeweils drei Lockposten eingeschlagen hat. Er möchte damit den Spaziergängern die Landwirtschaft erklären, all die Arbeiten, die für ihn Alltag sind. Er hofft, mehr von den Spaziergängern angesprochen zu werden. Auch Frank Klötzli freut sich über die lockere Art der Kommunikation, welche die Lockpfosten anstreben. Ihm ist es ein Anliegen, dass die Spaziergänger merken, wie wichtig saubere Wiesen und Weiden sind. «Wir wollen gesunde Kühe. Wenn die Kühe aber mit dem Gras Hundehäufchen oder Aludosen fressen, so werden sie schwer krank oder können gar sterben», erklärt er freundlich. Er musste auch schon eine Kuh schlachten, weil sie eine Aludose gefressen hatte. Das scharfkantige Metall hatte der Kuh unheilbare innere Verletzungen zugefügt. Frank Klötzli ist froh, dass die allermeisten Hundebesitzer die Hundehäufchen zusammenlesen. Allerdings gebe es solche, welche die Säckchen dann stehen lassen. Hier hofft er dank der Lockpfosten auf gute Gespräche und Besserung. Die Lockpfosten wurden vom Schweizerischen Bauernverband in Brugg lanciert und vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID) in Bern realisiert, erklärt Fritz Graf vom LID, der beim Aufstellen der Pfosten hilft. Solche Lockpfosten stehen auf knapp hundert Höfen. Im Herbst werden sie wieder weggenommen und kommen nächstes Jahr auf andere Höfe. Seit elf Jahren kommen immer wieder neue Themen dazu. Die 34 Themen sollen das Gespräch zwischen Spaziergängern und den Bauern erleichtern. «Wir möchten auch, dass Kinder wieder wissen, von wo die Milch kommt», so Graf.
Der Lockpfosten-Weg ist nur eines der neuen Projekte von Severin Klötzli. Zusammen mit seiner Mutter und seiner Grossmutter baut er seit einem Jahr Gemüse an. Bisher hat er dieses im Hofladen verkauft oder Hauslieferungen gemacht. Nun verkauft er es auch freitags am Morgen beim Milchhüsli in Kleinlützel.


