Männerbestand leicht abnehmend

Der Verein Dorfmuseum Nunningen organisiert jedes Jahr eine neue Sonderausstellung. Am Sonntag eröffnete der einheimische Musikverein Konkordia seine 133-jährige Geschichte klangvoll.

Die Ausstellungsverantwortlichen: Musikantin Greti Altermatt und Albert Pflugi, Verein Dorfmuseum. Fotos: Martin Staub

Die Ausstellungsverantwortlichen: Musikantin Greti Altermatt und Albert Pflugi, Verein Dorfmuseum. Fotos: Martin Staub

Jugendlich und vorwiegend weiblich: Der heutige Musikverein Konkordia Nunningen.

Jugendlich und vorwiegend weiblich: Der heutige Musikverein Konkordia Nunningen.

Aufnahmefähig ist jeder junge Mann von unbescholtenem Rufe, sofern er musikalisches Talent besitzt.» So lautet einer der ersten Sätze in den Statuten von 1885, als an jenem 25. Februar die Harmoniemusik Nunningen gegründet wurde. Am letzten Sonntag, genau am Gründungstag des heutigen Musikvereins Konkordia Nunningen, eröffnete Ambros Hänggi, Präsident des Vereins Dorfmuseum, die neue Ausstellung, welche vom heute rund 35-köpfigen Corps im Erdgeschoss des Alters- und Pflegeheims Stäglen musikalisch eröffnet wurde. Dazu passend stellte Greti Altermatt, Mitglied und Tenorhornistin, die zehn Gebote für Musikanten zusammen, deren Präsentation unter den vielen Zuhörern zum Schmunzeln anregte. Dazu nur ein Beispiel: «Dich soll man aus der ganzen Musik heraushören, insbesondere gilt das Vorzeichen p (piano-leise) nur für die andern.»

Traditionsgemäss erklang unter der Leitung der heutigen Dirigentin Isabelle van Rijs zum Schluss der Solothurner Marsch, bevor man im Obergeschoss die Ausstellung mit Ansprache und Apéro eröffnete. Auch hier liess es sich Präsident Ambros Hänggi nicht nehmen, einige Auszüge aus den alten Protokollen zu zitieren. Im Unterschied zu den erfundenen zehn Geboten galten die erwähnten Protokollauszüge von damals ernst und völlig normal. Zum Beispiel, dass die zu spielenden Musikinstrumente vom Direktor (Dirigent) diktatorisch zugeteilt wurden, Was Musikant Leo Lindenberger zum Austritt bewog, falls er statt eines anderen Instrumentes sich mit dem Piccolo begnügen sollte. Wer austrat, musste übrigens eine Busse von 10 Franken bezahlen – damals eine ziemlich happige Summe.

Die von Greti Altermatt zusammengetragene und durch Albert Pflugi gestaltete Ausstellung beinhaltet noch viele weitere Anekdoten und Episoden, die heute Staunen und Schmunzeln auslösen. Die Tafeln sind zudem, wo immer möglich, illustriert mit Bildern, welche vom ganzen Verein zusammengetragen wurden. Um die Ausstellung auch plastisch zu gestalten, sind nebst den Originaldokumenten auch Instrumente, Uniformen und Vereinsfahnen zu sehen.

Die Ausstellung «Musikverein Konkordia Nunningen – 133 Jahre alt – und voll im Schuss» ist bis im Herbst dieses Jahres zu sehen.

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