Fussmarsch entlang den Grenzsteinen
Gemeindevizepräsident Peter Anklin rief zu einer anspruchsvollen Begehung der westlichen Gemeindegrenze von Erschwil auf und nicht weniger als sechzig Personen schlossen sich an Auffahrt der Wanderung an.

Nur für Frühaufsteher und gut Trainierte war die Banntagbegehung in Erschwil gedacht. Um neun Uhr machten sich bei stahlblauem Himmel fünf Dutzend Wanderfreudige Richtung Hörnli auf, um sich auf die Pirsch nach Grenzsteinen zu machen. Eine bunt gemischte Gruppe aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich weitgehend kannten, freuten sich auf eine tolle
Tour, die selbst Eingeweihten noch fremd war.
Die erste Halbstunde bis zur Gemeindegrenze mit Beinwil war als lockeres Einlaufen gedacht, dann ging es zur Sache. Kaum war der erste Grenzstein bewundert, stieg die Gruppe entlang der Krete steilwärts zum Hörnli hinauf. Der Boden war von Steinen übersät und vom Regen des Vortrags nass und glitschig. Niedrige Tannen, knorrige Föhren und glatte Buchen wechselten sich im lichten Wald ab und gaben den Wanderlustigen wenigstens die Gelegenheit, sich im steilen Gelände irgendwo festzuhalten. Immer wieder waren verwitterte Grenzsteine zu bewundern, die vor Jahrhunderten in dieses unwegsame Gelände geschafft wurden! Sie waren nummeriert und vielfach mit dem Solothurner Wappen versehen.
Auf dem Hörnli wurde das Wanderteam, das innert einer Stunde 350 Höhenmeter überwunden hatte, mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Steil unten lag friedlich im Sonntagskleid Erschwil, in der Weite waren Breitenbach und der Rücken des Blauen zu bewundern. Man konnte sich nicht sattsehen an den dunklen Wäldern, den grauen Felsen und den bunten Wiesen. In ansprechendem Tempo ging es weiter zum nächsten grandiosen Aussichtspunkt oberhalb des Riedhollen. Auf 855 Meter über Meer sah man nicht nur ins Thierstein, sondern auch ins jurassische Montsevelier. Genau am Mittag gelangte die Truppe ins Welschgätterli, wo die mitwandernde Gemeindepräsidentin Susanne Koch höchstpersönlich die Spargelsuppe offerierte.
Zum krönenden Abschluss wanderte die Gesellschaft über den Hoggen auf den Moretchopf. Überall blühten Hahnenfuss, Waldmeister, Katzenäuglein und dazwischen versteckten sich dunkelrote Orchideen. Über den Gupf und entlang weiterer Grenzsteine erreichten die Wanderer – ohne den berüchtigten Panther gesichtet zu haben – Erschwil. Von der Brass Band Erschwil und dem Verein für Natur- und Vogelschutz wurden sie mit Posaunenklängen und Grillpotpourri würdig empfangen. Eine unvergessliche Wanderung, die von Peter Anklin und seinen Helfern tadellos organisiert wurde.


