Feuerwehrkader gesucht
In Kleinlützel schloss der Solothurner Kantonal-Feuerwehrverband an seiner Delegierten-versammlung das Tätigkeitsjahr 2011 mit vorsichtigem Optimismus ab.

Die Rekrutierung von jungen Feuerwehrleuten ist erfreulich, aber beim Kader hapert es», sagte Alain Rossier, Direktor der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) zu den 176 Delegierten. Er appellierte an die jungen Feuerwehrmänner und -frauen, sich für eine Kaderausbildung zu melden. Es brauche gute Vorgesetzte, damit die Mannschaft die richtigen Befehle erhalte. Das Milizsystem für die freiwillige Feuerwehr sei eine einzigartige Einrichtung, zu der wir Sorge zu tragen hätten. Er dankte auch den Arbeitgebern, dass sie den Feuerwehrleuten den notwendigen Spielraum gewähren.
«Im Kanton Solothurn sind 3900 Feuerwehrleute angemeldet, die sich dafür einsetzen, dass in einem Brandfall innert zehn Minuten die Feuerwehr vor Ort ist», fuhr er weiter. Er sei stolz auf diese Leute, denn sie würden Menschenleben retten und grössere Schäden vermeiden. Aber sowohl die Mannschaft wie das Kader sollten Einsätze, Ausrüstung, Ausbildung und Organisation immer wieder hinterfragen, um noch schlagkräftiger und effizienter zu werden. Schliesslich entschuldigte er auch die oberste Solothurnische Feuerwehrfrau, Regierungsrätin Esther Gassler, die an einem anderen Anlass teilnahm.
Immerhin war Kantonsratspräsident Christian Imark zugegen.
2011 sei ein schwarzes Jahr punkto Schadensumme gewesen, meinte der Solothurnische Feuerwehrinspektor Paul Haus. In 494 Brandereignissen haben sich Brandschäden von 24 Millionen Franken angehäuft. Das sei die absolute Rekordsumme in der Geschichte der SGV und dreimal mehr als im Jahr 2009. Allein in sechs Brandfällen sei eine Schadensumme von 12 Mio. zu beklagen. Wesentlich erfreulicher sei die Tatsache, dass im Jahr 2011 3031 Feuerwehrangehörige in irgendeiner Form aus- oder weitergebildet wurden. Wie schon im Vorjahr bemängelte er, dass viele angemeldete Teilnehmer kurzfristig den Kurs absagten, sodass weitere Interessenten geprellt oder die Kurse ganz abgesagt wurden. Er lobte auch die Ausbildner und Instruktoren, die sich für die Schulung einsetzen.
Verbandspräsident Bruno Bider verabschiedete seinen langjährigen Vizepräsidenten Rolf Hubler und erteilte ihm und drei anderen verdienten Feuerwehrmännern die Ehrenmitgliedschaft. Als neuer Vize wurde Daniel Haltiner aus Neuendorf gewählt. Mit einer originellen Turnergruppe aus dem Thurgau, den Tambouren der Stadtmusik Laufen und der Sängerin Sarah-Jane ging die Versammlung im gemütlichen Rahmen zu Ende.


