Farbenspiel und Farbenstimmung

Dieser Tage wäre der Büsseracher Maler Severin Borer 95 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass fand im Alterszentrum Bodenacker in Breitenbach eine Gedenkausstellung statt.

<em>Stillleben: </em>Neben abstrakten und Landschaftsbildern ist an der Ausstellung auch dieses Stillleben zu sehen. Fotos: Thomas Immoos

<em>Stillleben: </em>Neben abstrakten und Landschaftsbildern ist an der Ausstellung auch dieses Stillleben zu sehen. Fotos: Thomas Immoos

<em>Renate Borer: </em>Die Tochter von Severin Borer führte kurz in das Schaffen ihres Vaters Severin Borer ein.<em/>

<em>Renate Borer: </em>Die Tochter von Severin Borer führte kurz in das Schaffen ihres Vaters Severin Borer ein.<em/>

Die Erinnerung an den Thiersteiner Maler Severin Borer (1924–2010) ist ungebrochen. Dies zeigte sich am vergangenen Sonntag im Kulturforum 10 des Alterszentrums Bodenacker in Breitenbach: Zur Vernissage einer Gedenkausstellung zu seinem 95. Geburtstag trafen sich zahlreiche Kunstinteressierte und Angehörige. Zu sehen waren sowohl Aquarelle als auch Acrylbilder. Dank geschickter Hängung bot sich eine gute Gesamtschau. Gegenständliche Bilder hingen neben abstrakten, kleinformatige neben grossen Bildern. Renate Borer, Tochter des Künstlers, führte in kurzen Worten in die Ausstellung ein.

Ihr Vater habe ein umfangreiches künstlerisches Werk hinterlassen, das für die Region des Schwarzbubenlandes ein wichtiges kulturelles Vermächtnis sei. Es sei schwierig gewesen, aus der Hinterlassenschaft von über 400 Werken eine Auswahl zu treffen. Man habe den Schwerpunkt darauf gelegt, «luftig leichte Aquarelle mit stark gestisch gemalten, expressiven Acrylbildern» begegnen zu lassen. In beiden Techniken komme Borers Faszination für Farbenstimmungen sehr gut zum Ausdruck.

Zu sehen sind eindrückliche Dorfansichten aus der Region, etwa das Schloss Erschwil, das Schloss Zwingen oder die sanften Jurahügelzüge rund um die Hohe Winde und den Passwang. Die Naturbilder werden nicht naturalistisch verklärt. Denn der Künstler fängt die Wetterlagen, Wolkenformationen und Lichtverhältnisse in kühnen Farbnuancen ein. Diese Bilder wirken besonders dynamisch. Borer sei fasziniert gewesen von wild dramatischen Wetterlagen, führte seine Tochter weiter aus. «Nicht zuletzt ist die Natur für ihn ein Spiegel des Menschseins mit allen Höhen und Tiefen.»

Im Spätwerk werden die Bilder abstrakter: «Sie verlieren immer mehr an Horizont und Boden.» Seine künstlerische Kraft bewahrte er sich bis kurz vor seinem Tod im 86. Altersjahr. Die letzte seiner rund 50 Ausstellungen fand denn auch im Alterszentrum Bodenacker vier Monate vor seinem Tod statt. Hier ist nun bis Ende Januar 2020 eine Auswahl aus Severin Borers Schaffen zu sehen.

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