Ein Feuerwerk der Töne
Am Sonntag war ein nicht alltägliches Hörerlebnis in der Kirche Oberkirch zu geniessen. Der Pianist Dominik Blum spielte Werke des Zullwiler Komponisten Hermann Meier und des Franzosen Claude Debussy.

Ein sanfter Ton schwebt durch die Kirche, der Pianist schlägt mit Wucht in die Tasten und der nächste Ton explodiert, gefolgt von einem rasanten Akkord. Zum 10. Todesjahr des Zullwiler Komponisten Hermann Meier fand am letzten Sonntag in der Kirche Oberkirch in Nunningen/Zullwil ein Klavierkonzert statt. Eingeladen hatte die Familie von Meier. Die Enkelin Simone Hutmacher-Oesch begrüsste die rund 50 Gäste.
Nebst Hermann Meiers Musik standen die Préludes, 2. Band, von Claude Debussy auf dem Programm. Vor 150 Jahren wurde der französische impressionistische Komponist geboren, vor 100 Jahren hatte er die Préludes komponiert. Seine Musik stellt die wichtigste Verbindung zwischen der Musik des 19. Jahrhunderts und der Neuen Musik dar. «Debussy wollte die Musik vom Ballast befreien und hier findet man auch eine Parallele zu den kargen, streng kons-truktiven, durchkonzipierten Werken von Meier», so Dominik Blum. Blum entspricht auf den ersten Blick wohl nicht dem gängigen Bild, welches man sich von einem Pianisten macht. Ganz in Schwarz, mit Rock und Stiefeln, etwas zurückhaltend und schüchtern setzte er sich an den Flügel. Aber auch Meiers Musik gehört sicher nicht zum Mainstream. Es ist Musik, die aktives Zuhören verlangt. Da findet ein Dialog unter den Tönen statt, es wird geflüstert, debattiert, geschrien. Es sind keine lieblichen Melodien, die in verschiedensten Variationen aufgegriffen werden. Und doch ist es Musik, experimentell, speziell, überraschend, spannend. Anspruchsvoll, wohl auch für den Pianisten, welcher die Geschichten gekonnt aus den Noten las, interpretierte und dem Publikum zugänglich machte.
Die Préludes von Debussy, welche abwechselnd zu Meiers Musik vorgetragen wurden, kamen leichter daher, wobei auch hier experimentelle Töne immer wieder in den Vordergrund traten und so einen beziehungsreichen Kontrast zu Meiers Werken bildeten. Dominik Blum überzeugte auch hier. Mit virtuoser Leichtigkeit liess er die Finger über die Tasten gleiten. Schliesslich, nach einstündigem Konzert endete die Vorführung grandios mit einem Feuerwerk der Töne, mit dem «Feux d’artifice» von Debussy.
Der Applaus schien dem Pianisten nebensächlich zu sein, sein Lob galt ganz dem Komponisten Hermann Meier, dem er, mit Hinweis auf die Notenblätter, Respekt zollte.


