Ein Dorf voller Künstler
Nunningen beherbergt nicht weniger als 15 Kunstschaffende. «Offenbar fällt das Bestreben, die Kunst im Dorf zu fördern, auf fruchtbaren Boden. Jedenfalls ist das Interesse für die Ausstellung Kunst im Dorf ungebrochen hoch», freut sich Peter Häner, Mitorganisator.

Nunningens Ausstellung ist einzigartig im Schwarzbubenland: Die Gemeinde bietet ihren heimischen Kunstschaffenden eine Plattform, um an die Öffentlichkeit zu treten. Am Freitagabend war Vernissage, die Ausstellung dauert bis zum 25. November in der Zähnteschür. «Die Entscheidung, ob das Eine oder Andere mehr Kunst oder mehr als Handwerk zu verstehen ist, muss jede und jeder für sich selber treffen», lautet das Prinzip der Kulturkommission. Im Mittelpunkt steht die Meinung: «In einer hektischen Zeit, wo die virtuelle Welt immer mehr Raum und Zeit nimmt und wo die Globalisierung zum grenzenlosen Credo der Wirtschaft und Gesellschaft zu werden droht, ist es wichtig, dass wir uns besinnen und Kultur und Kunst Raum geben, um damit ein Gleichgewicht zu schaffen.» Ausserdem, so zitiert Häner einen alten französischen Politiker: «Tradition pflegen heisst nicht, Asche aufbewahren, sondern Glut am Glühen halten.»
So lebt die Ausstellung «Kunst im Dorf» in Nunningen von den Kontrasten. Moderne Collagen und Bilder der jungen Street-Künstler Pablo Delgado und Micha Gasser gesellen sich mit der Kunst altem Handwerk wie dem Klöppeln, der Holzschnitzerei und der Bauernmalerei. Die Ausstellung lebt aber nicht nur von den Werken, sondern auch von Vorführungen des Kunsthandwerks, mit Heidi Pflugi-Häner, welche die Kunst in verschiedenen Formen und Farben der Spitzen, sowie den verschiedenen Techniken aus unterschiedlichen Ländern präsentiert: «Mit Klöppeln lernt man die Welt kennen», verspricht sie. Auch Esther Rudin-Itel zeigt das Klöppeln und wie man mit «Geduld und Geschick wunderschöne Geschenke kreieren kann wie Spitzen, Decken, Ohr, Hals- Weihnachts- und Osterschmuck.» Während Leo Stebler mit der Bauernmalerei zeigt, wie man «naturgetreu Blumen und Früchte auf Gegenstände malt». Und Hanspeter Schraner gibt Einblicke in die Holzschnitzerei. Wunderbares erfährt man von Sabine Wunderli in der Art von Plastischen Arbeiten und Werken aus Ton. Dieses Material hat es auch Rosmarie Dettwiler angetan. Sie fertigt Figuren, die einem faszinieren. Passend zur Adventszeit präsentiert Muriel Höferlin die kreative Ecke, die funkelt und glitzert. Doch auch die einzigartigen Bilder in unterschiedlichen Stilen und Techniken ziehen die Blicke der Besucher auf sich und lassen fast nicht mehr los. Angefertigt wurden sie von Nicole Borer, Gertrud Barth-Schaad, Christa Aerni-Hänggi, Anna Häner, Marion Haener-Caloja sowie Peter Haener. Er ist überzeugt: «Die jetzige, fünfte Ausstellung wird den einen oder anderen Besucher beflügeln und wieder neue Nunninger Kunst hervorbringen.» Man darf gespannt sein auf die nächste Nunninger Ausstellung: «Kunst im Dorf.»


