«Die Jungen sollen es künftig richten»
Noch immer gehört der FC Breitenbach in der Region zu den erfolgreichsten Klubs, gemessen an den 2. Liga-Titeln. Man schickt sich jetzt an, zumindest aus dem Tal der Tränen zu entweichen.

Auch mit kleinen, dafür sicheren Schritten kann man ans Ziel kommen. In Breitenbach lief einiges schief in den vergangenen Jahren. «Wir wollen ebenso wenig über begangene Fehler wie über die erfolgreiche Zeit reden. Wir leben im Heute», so Sportchef und neu-Assistenztrainer Sven Gloor. Ende Vorrunde hat man sich entschlossen, Trainer Ernst Bitterlin freizustellen. Der Routinier erreichte viele Spieler, vor allem die Jungen, nicht so, wie es sich die Vereinsleitung wünschte. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Trainer auch in einer ruhigen, eigentlich erfolgreich laufenden Saison gewechselt werden.
Diese Aktion zeigt, dass man bei den Schwarzbuben aus der Vergangenheit zu lernen scheint. «Wir müssen mittelfristig schauen und Vorkehrungen treffen, sonst kommen wir nicht weiter», so Gloor. Der Sportchef geht dafür mit seinem Handeln als Taktgeber voran. Er beförderte Assistenztrainer Matthias Kressig zum Trainer und setzte sich als Assistent gleich selbst mit ins Boot. «Mir ist bewusst, dass wenn diese Lösung scheitert, ich mit dem Trainer kentere», begründet Gloor diese Massnahme. Er ist aber überzeugt davon, dass die Überlegungen der Vereinsführung funktioniert.
Kressig ist mit 32 Jahren ein junger Trainer. Wie auch Gloor mit seinen 31. Der Trainer wird jedoch nicht ins kalte Wasser geworfen. Er war vier Jahre Trainer in Röschenz. Zuletzt zusammen mit Michael Ischer, der seine Laufbahn in Breitenbach begann und jetzt Sportchef Junioren und A-Trainer ist und auch Einsätze in der ersten Mannschaft bestreitet. «Für mich ist das eine ideale Ausgangslage. Wir arbeiten bereits mit zahlreichen Junioren und die Jungen sollen es künftig richten. Wir wollen ein Team aus jungen Spielern aus dem Verein und der Region aufbauen. Die Zuschauer sollen sich mit dem Team identifizieren und wieder vermehrt an die Spiele kommen.» Kressig gibt zu, dass er beim Wechsel nach Breitenbach mit einem Job als Cheftrainer spekulierte. «Ich denke, das ist nichts Falsches, denn ich sehe in Breitenbach noch immer eine gute Adresse und die Infrastruktur ist toll.» Für Gloor ist wichtig, dass die Spielfreude zurückkehrt.
Am kommenden Samstag, um 18 Uhr, empfängt Breitenbach auf dem Grien den Tabellenzweiten Binningen zum Nachtragsspiel. «Der Auftakt ist happig, aber wir sind zuversichtlich», so Kressig. Man wolle zuerst die notwendigen Punkte holen, um sicher mit den hintersten Plätzen nichts zu tun haben. «Die Stimmung ist toll, die Trainingspräsenz ebenfalls. Die vielen Jungen wollen und zeigen mir, dass sie die angebotene Hand packen wollen», so Kressig. Er weiss jedoch, dass vor allem die Resultate zählen. Spielerische Fortschritte, ruhiger und sicherer werden in heissen Situationen und sich so weit festigen, dass gegen schwächere Gegner keine Punkte liegen gelassen werden, sind seine Ziele. Sechs A-Junioren trainieren und spielen teilweise in der Rückrunde. Zudem wurde Goalie Remo Muchenberger zum Captain gewählt. Der Routinier soll so noch mehr Einfluss nehmen können. Aber auch auf Spieler, wie Spagnolo, De Lima oder Carluccio bauen die Schwarzbuben. Weiter werde man daran arbeiten, in der Strafpunktewertung die Führung abzugeben, meint Gloor.


