Der Liebe feinste Melodien

Das Ehepaar Maria Morozova-Meléndez und Josué Meléndez liess musikalisch das 16. und 17. Jahrhundert aufleben und spielte auf der Brosy-Orgel und dem Zink Stücke, die sich vorwiegend um Liebe und Herzensangelegenheiten drehten.

<em>Geniales Paar: </em>Maria Morozova-Meléndez an der Brosy-Orgel und Josué Meléndez mit dem Zink.<em> Foto: Jürg Jeanloz</em>
<em>Geniales Paar: </em>Maria Morozova-Meléndez an der Brosy-Orgel und Josué Meléndez mit dem Zink.<em> Foto: Jürg Jeanloz</em>

Wer kennt sie nicht, die Liebe mit ihren Gefühlen und Qualen, ihren Hochs und Tiefs? «So süss ist der Schmerz in meinem Herzen» lautete das erste Stück, das Josué Meléndez auf seinem Zink (Cornetto) im Altarraum der Kirche St. Peter und Paul von Erschwil darbrachte. Während er spielend durch den Mittelgang schritt, setzte oben die Brosy-Orgel ein und begleitete den Maestro brillant und lieblich. Organistin Maria Morozova-Meléndez fuhr mit der Melodie fort und als ihr Ehemann auf der Empore eintraf, spielten sie gemeinsam den beglückenden Schluss.

Dass die ausgewählten Werke ihre eigenen, gemeinsamen Empfindungen und Erinnerungen beschrieben, bekräftigten sie mit der Kantate von Francesca Caccini «Maria, dolce Maria». Wie eine Liebeserklärung hörte sich das Stück an, hier der Liebende mit dem Zink, da die Angebetete an der Orgel. Sie harmonierten prächtig, denn kräftig ertönte das Blasinstrument und behutsam erwiderte das Kirchenspiel. Wie die beiden Musizierenden die Gäste wissen liessen, hätten sie die Klangpalette der Brosy-Orgel und das originelle Cornetto zu diesen Kompositionen inspiriert. Der aus Holz gefertigte Zink ist eine Mischung aus Blockflöte und Trompete und war bis zum 17. Jahrhundert eines der beliebtesten und wichtigsten Instrumente. Mit ihm wird der Ruf der menschlichen Stimme reizvoll imitiert.

Mit «Liebster Jesu, wir sind hier» von Johann Sebastian Bach setzte die Organistin mit einem Solovortrag einen weiteren Höhepunkt und bewies damit ihre Virtuosität und Leichtigkeit am Kircheninstrument. Als Chorleiterin und Organistin der katholischen Kirchen Erschwil und Büsserach konzertiert sie auch als Solistin am Cembalo und der Orgel in verschiedenen Ensembles der Schweiz und Europa. Mit dem musikalischen Feuerwerk «Sonata in F für Cornetto» von Pietro Baldassare legte das Ehepaar nochmals eine Darbietung hin, die seinesgleichen sucht. Das Wechselspiel von Orgel und Zink war phänomenal, die Tonalität und die Klangfarben in der Kirche einfach genial. Josué Meléndez, der auch mit Posaune und Blockflöte in vielen Ensembles konzertiert, liess seine Klasse als Spezialist für barocke Improvisationen und als Musiklehrer aufblitzen. Die Gäste applaudierten dem Künstlerehepaar mit Begeisterung und dankten ihm für einen gediegenen Sonntagabend.

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