AZB feiert Aktivierungsfest
Das Alterszentrum Bodenacker liess es krachen: Es weihte mit zahlreichen Fest-Aktivitäten seine neu gestalteten Aktivierungsräume ein.

Während sich draussen erneut das sattsam bekannte Winterweiss gegen das Breitenbacher Alterszentrum Bodenacker (AZB) hinunterzieht, geht es an diesem Samstag drinnen im Parterre bunt zu und her. Festlich gekleidete Damen und Herren, bunte Frühlingsblumen, farbige Wimpel und Drehorgelmann Werner Kohler mit dem «Zillertaler Hochzeitmarsch» sorgen für immer rasantere Feststimmung. «Das ganze Erdgeschoss wird noch explodieren», verspricht Heimleiter Hannes Spirig mit Blick auf die Einweihung der neuen Aktivierungsräume. Die Idee, die ehemalige Wohnung zu neuen, hellen Räumen für die Alltagsgestaltung umzubauen, habe sich als goldrichtig erwiesen. «Macht richtig mit!», fordert Spirig die dichtgedrängten Zuhörerreihen zum Feiern auf.
Dass Zuhören Spass machen kann, beweist Ottilia Henz-Hofer, Autorin der Dorfchronik Fehren. Mit ihren vergnüglichen Geschichten und Anekdoten aus den zehn Trägergemeinden des AZB unterhält sie das aufgestellte Publikum vortrefflich und haucht damit auch den ausgestellten alten Fotos aus diesen Dörfern gleichsam wieder etwas Leben ein.
Den Dorfnamen «Chläblüs» der Grindler etwa führt Henz darauf zurück, dass diese als meist verspätete Kirchgänger sich nur noch aussen an den Bänken der Bärschwiler Kirche hätten ankleben können. Auch die Breitenbacher, die immer alles an die grosse Glocke hängen, haben vom Büsseracher Anton Borer, genannt Antennen-Toni, ihr Fett abbekommen, so Henz. Jetzt könnten sie die grosse Glocke ihres Gewichts wegen nicht mehr läuten, habe der Toni verlauten lassen. Vor den Fotos stauen sich danach viele Besucher und freuen sich etwa über das Motorrad mit Seitenwagen aus Fehren oder den Willima-Brauch in Bärschwil.
In den hellen, über 100 Quadratmeter grossen und rollstuhlgängigen Aktivierungsräumen mit Gartensicht wird schon emsig geschrieben, geknüpft oder geschnitten. Aktivierung oder Alltagsgestaltung schaffe nämlich einen Mehrwert an Lebensqualität. Davon ist Esther Meier, Leiterin Aktivierung, überzeugt, und weist auf Angebote wie Bewegung, Backen, Kochen, Singen oder Spielen hin.
«Zwei Mitarbeiterinnen und rund 20 Freiwillige unterstützen mich in einem abwechslungsreichen Programm», erklärt Meier. Ihren Job, der ihr echt ans Herz gewachsen sei, mache sie ausserordentlich gerne. Und die Post geht im Erdgeschoss tatsächlich dann auch ab. Sei es im Kaffistübli, beim Foto-Memory, im Kunst-Workshop oder lustvoll an den Spieltischen.


