Augenweide, Seelentrost, Kindertraum

Beim Wandern das Wissen erweitern: Mit Lockpfosten soll die Landwirtschaftder Bevölkerung näher-gebracht werden. Zu entdecken sind die weissen Pfosten mit den Informa-tionstafeln unter anderem im Huggerwald.

Setzen die Lockpfosten: (v.l.) Michael Gugger vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst, die Landwirte Frank und Severin Klötzli. Foto: Gaby Walther
Setzen die Lockpfosten: (v.l.) Michael Gugger vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst, die Landwirte Frank und Severin Klötzli. Foto: Gaby Walther

Die Aussicht im Huggerwald ist ein Traum. Doch die Wanderung über den Hügel zwischen Kleinlützel und Liesberg bietet nicht nur Weitsicht, sondern auch Einblick in die Landwirtschaft. Die neu aufgestellten Lockpfosten helfen, das Wissen noch zu vertiefen. «Freiraum», «Kindertraum», «Spiegelbild» ist auf den weissen Pfosten schon von weitem zu lesen. Was es mit diesen Begriffen auf sich hat, erfährt der interessierte Wanderer beim Nähertreten: «Was gut tut: Grünes Land, gelber Raps, rotes Ried, blühende Wiesen, wogendes Getreide, weite Rebberge, vielfältige Hecken, tragende Obstbäume, Buntbrachen, Waldränder, Steinmauern. All das ist uns Augenweide, Seelentrost, Kindertraum.» Weisheiten, Wissen, Anstoss zum Denken werden vermittelt, bieten Gelegenheit zum Innehalten, zum Verschnaufen und über die Umgebung nachzudenken.

Am letzten Mittwoch schlug Michael Gugger vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst zusammen mit den Landwirten Severin und Frank Klötzli im Huggerwald die 20 Pfosten in den Boden. Severin Klötzli ist einer der schweizweit rund 80 Landwirte, die sich gemeldet haben, um bei der Aktion mitzumachen. «Ich finde es schön, wenn die Landwirtschaft der Bevölkerung nähergebracht wird», meint der junge Landwirt, der bereits vor zwei Jahren bei dem Projekt mitgemacht hatte und allgemein offen ist für Innovationen. So beliefert der Hof rund 100 Privathaushalte über ein Frische-Box-Abonnement mit Gemüse und Früchte, und am Freitag werden die Frischprodukte auf dem Markt in Kleinlützel verkauft.

Ökologische Ausgleichsflächen

Die aufgestellten Pfosten, welche Auskunft geben über Ökologie, Land- und Milchwirtschaft, bleiben bis November stehen und werden dann wieder abgeräumt. «Die Pfosten werden jährlich an neuen Wander- und Spazierwegen aufgestellt, um so möglichst viele Leute anzusprechen», erklärt Projektleiter Gugger. Die Lockpfosten geben Einblick in wichtige Produktionszweige und ökologische Ausgleichsflächen der Schweizer Landwirtschaft. Sie zeigen, wie die Bauern durch Erhaltung und Förderung der Biodiversität, die Pflege der Riedwiesen, die Gestaltung der Landschaft und des Lebensraumes ökologische und allgemeinwirtschaftliche Leistungen erbringen. Diese Leistungen sind heute ebenso wichtig wie die Produktion von Lebensmitteln.

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