An der Himmelstür angeklopft
Nach einer schweren Hirnverletzung 1993 hat sich René Füglistaler aufgerappelt und in seinem «zweiten» Leben mit Malen begonnen. Seine farbenprächtigen Bilder sind im Alters-zentrum Bodenacker ausgestellt.

Er sei der kleine Bruder von René, erklärt Georges Füglistaler an der Vernissage der Bilderausstellung im Alterszentrum Bodenacker in Breitenbach und er habe mitbekommen, wie sein Bruder nach dessen Herzinfarkt buchstäblich vor der Himmelspforte gestanden sei. Der viel zu lange Transport ins Spital habe zu einer schweren Hirnschädigung geführt und trotzdem habe René sein zweites Leben in die Hand genommen und den Ärzten und Therapeuten ein Schnippchen geschlagen. «Anstatt ins Heim bist du nach Hause gegangen, wo dich deine Powerfrau Helena empfangen und gepflegt hat», fährt Georges Füglistaler weiter. René sei schon immer ein grosser Künstler gewesen, habe Fasnachtsfiguren modelliert und Freihandzeichnungen angefertigt. Jetzt male René abstrakte Bilder mit Acrylfarben und setze sich gleichzeitig mit seinem schweren Schicksal auseinander.
«Kunst ist das Verzerren einer unerträglichen Realität», zitiert Füglistaler den verstorbenen Künstler Jean Tinguely. Anders ausgedrückt sei Kunst ein Sammelbegriff für verrückte Objekte, für welche verrückte Leute verrückte Preise bezahlen. Die Bilder und Karten von René seien aber mit derart viel Liebe und Gefühl gemalt, dass sich die Gäste im Alterszentrum dreimal freuen könnten: Beim Anschauen, beim Kaufen und beim Aufhängen oder Weiterverschenken.
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Mehr über die Ausstellung im AZB im aktuellen Wochenblatt Nr.4


