Amerikanische Klänge
Mit Musik aus Nordamerika überzeugte die Brass Band Breitenbach am Samstagabend im Grien. Special Guests waren die acht Bläser der Formation «Alts Schlachthuus» aus Laufen.

Jeder Inhaber einer Green Card hätte am Jahreskonzert der Brass Band Breitenbach seine wahre Freude gehabt, denn das Programm war US-amerikanischen Kompositionen gewidmet, die teilweise schon als Evergreens gelten können. Durch den Abend führte auf angenehme Weise Alan Imhof. Den Auftakt machte die Formation «Alts Schlachthuus» unter der Leitung von Martin Schaad. Die Musiker boten eine bläserisch solide Leistung und wussten mit einem sonoren, homogenen Klang zu gefallen, wobei man als Zuhörer gerne auch die Titel der Stücke erfahren hätte.
Die Brass Band Breitenbach, die dieses Jahr die Region am Whit Friday Brass Band Contest in England vertreten darf, eröffnete ihr Programm mit der Heilsarmee-Hymne «Prelude on Laudes Domini». Im abwechslungsreichen «Laude» von James Curnow überzeugten die Bläser mit differenzierter Dynamik und schönen Pianopassagen. Während des Stücks «Sleep» von Eric Whitacre wurden auf zwei Leinwänden die Babyfotos der Musiker eingeblendet – ein ebenso witziger wie sympathischer Einfall. In der anspruchsvollen, hervorragend interpretierten «Rhapsody for Brass Band» von Stephen Bulla fiel vor allem die Präzision in Rhythmus- und Tempowechseln auf. Die solistischen Stellen zeigten auch die individuelle Qualität einzelner Bläser.
Bestandteil der Populärkultur
Nach der Pause wandte sich Dirigent Enrico Calzaferri, angehender Master of Arts und designierter Leiter der Swiss Army Brass Band, den populäreren Melodien des amerikanischen Musikschaffens zu. Zu Leonard Bernsteins «America» aus der «West Side Story», einem Stück, das mit den Klängen der Nationalhymne beginnt, wurde das Streifenbanner entrollt. Es folgte Neil Diamonts gefällige Filmmusik zu «The Jazzsinger», bei der fotografische amerikanische Impressionen präsentiert wurden. Nach «Casper’s Lullaby», einem Wiegenlied von James Horner aus der Tragik-Komödie «Casper» von 1995, und dem bekannten «Cheek to Cheek» des Filmmusikkomponisten Irving Berlin erklang das fulminante Medley «A Disney Fantasy», eine Kompilation berühmter Disney-Film-Melodien, bevor die BBB noch zwei Zugaben gewährte. Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend war, dass viele Tische leer blieben. Es ist zu hoffen, dass am 2. Februar möglichst viele Menschen das qualitativ hochstehende Konzert besuchen.


