Abschied nach sieben Jahren
Mit einem gediegenen Konzert verabschiedete sich Dirigent Reto Jeger von der Musikgesellschaft Beinwil. Im anschliessenden Theater «Früehriif» ging es turbulent und verrückt zu und her.

Mit Speck fängt man die Mäuse, dachten sich die Beinwiler Musikanten und stellten für ihr Konzert ein Programm zusammen, das vorwiegend aus Gassenhauern bestand. Es kam mächtig an, die Gäste in der vollbesetzten Mehrzweckhalle spendeten nach jedem Stück grossen Applaus. Der Heuler «Memory» aus dem Musical Cats machte den Anfang in diesem unterhaltenden Konzert und wurde durch den Es-Cornet-Solisten Janick Roth eindrücklich geprägt. Zum beschaulichen Lüsseltal mit seinen vielen Höfen passte die «Schanfigger Bauernhochzeit» vortrefflich und wurde mit viel Schwung vorgetragen.
Aufs rutschige Tanzparkett verführte die Musikgesellschaft Beinwil ihre dankbaren Gäste mit einem tollen Cha-Cha-Cha, der durch den Schlagzeuger gekonnt untermalt wurde. Dank dem Stück «Flight» hatte das Ensemble letztes Jahr ein Erfolgserlebnis eingefahren, platzierten sie sich doch damit am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen in den vordersten Rängen. Das rassige Stück des Berner Komponisten Mario Bürki lieferte alles, was ein richtiges Musikerherz begehrt. Tolle Registereinsätze, leise und laute Passagen, melodiöse und fulminante Abschnitte. Während «Hello, Dolly!» erhob sich gar die ganze Combo und sang Louis Armstrongs Hit im echten Musicalstil mit. Mit dem beliebten Marsch «San Carlo» beendeten die Musikerinnen und Musiker ihr Konzert, doch wurde immer wieder zu Zugaben aufgefordert. Ein würdiges Abschiedskonzert für den Dirigenten Reto Jeger, der demnächst den Musikverein Metzerlen übernimmt.
Schlag auf Schlag ging es mit dem Theaterstück «Früehriif» weiter. Kabale und Liebe dominierten die Szene. Die 15-jährige Tochter Sonja, von Claudia Saner ausgezeichnet gespielt, narrte ihren Vater Georg mit vorgetäuschten Eskapaden. Dieser entwickelte eine ausgefallene Überwachungsstrategie, um die Tochter auf den Weg der Tugend zu bringen. Dass seine Frau und seine Mutter auch über den Hag frassen, merkte der Gehörnte lange nicht. Im Fasnachtskostüm erschien er als Halbbruder Peter und verwandelte die ganze Gesellschaft in ein Irrenhaus. Jürgen Kaufmann interpretierte den verzweifelten Vater Georg phänomenal und trug wesentlich dazu bei, dass das Publikum kaum aus dem Lachen herauskam. Unter der Regie von Markus Lisser legten auch die anderen Spielerinnen und Spieler eine tolle Leistung hin.


