Anton Stebler ist nominiert für den «Prix Merci»

Erstmals verleiht Pro Senectute den «Prix Merci» für Freiwilligenarbeit zugunsten alter Menschen.

Nomination: Toni Stebler fühlt sich geehrt. Foto: Carole Lauener
Nomination: Toni Stebler fühlt sich geehrt. Foto: Carole Lauener

Nunningen

Dieses Jahr wird von Pro Senectute zum ersten Mal der «Prix Merci» vergeben. Damit soll ein symbolischer Dank ausgesprochen werden für diejenigen, die sich ehrenamtlich für ältere Menschen engagieren. Eine der nominierten Personen ist Anton Stebler. «Ich freue mich über die Nominierung und fühle mich geehrt», sagt der pensionierte Lehrer, der in Zullwil wohnt. «Aber es gibt sehr viele, die helfen.»

Toni Stebler engagiert sich vor allem für Leute, denen das Ausfüllen der Steuererklärung auf dem Magen liegt. Er hilft auch als Coach bei Problemen mit digitalen Geräten, «wobei ich da manchmal bei einem meiner drei Söhne nachfragen muss», wie er lachend erzählt. Er helfe sehr gerne, und er habe im Hinblick auf seine Pensionierung bewusst eine neue Aufgabe gesucht, um «bei den Leuten» zu bleiben; so wie er vorher als Bezirkslehrer in Breitenbach immer unter vielen Leuten war. «Im Kollegium war ich 15 Jahre lang der Jüngste, da wurde man ein wenig beschützt», erinnert er sich.

Da er sich schon vorher ehrenamtlich engagierte, unter anderem lange im Vorstand in der GSA, der Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime, oder auch im Stiftungsrat des Altersheims Nunningen, lag es auf der Hand, sich für alte Menschen einzusetzen. Zudem trainierte er verschiedene Juniorenteams des FC Breitenbach. «Ich habe von den Jungen zu den Alten gewechselt, das hält jung», meint er verschmitzt.

Dass es ihm selber noch sehr gut geht, sieht man sofort. Der 73-Jährige wirkt sportlich und fit, er ist braungebrannt und lebhaft. «Ja, der Sport ist mir ganz wichtig», bestätigt er. Er fährt Ski, Mountainbike, wandert gern und spielte früher auch Fussball. Zu Hause pflegt er zudem seinen Garten. «Meine Eltern waren Bauern, das liegt mir im Blut.» Er brauche den Boden und die Ruhe.

«Es ist ein Geben und ein Nehmen»

Steuererklärungen ausfüllen helfen, das mache er nun schon fast zehn Jahre lang. «Die Routine spielt mir in die Hand.» Er habe Deutsch, Französisch und Englisch unterrichtet, aber eben auch Werkkurse gegeben. Diese Vielseitigkeit helfe ihm auch nun, wobei die meisten Steuererklärungen einfach seien und daher schnell erledigt. «Es ist ein Geben und ein Nehmen. Ausserdem mache ich dann etwas Vernünftiges.» Er erlebe viel Dankbarkeit, und in Nunningen im Altersheim, wo er unter anderem tätig ist, kenne man sich, denn dort wohnen nur rund 30 Pensionäre.

Man müsse sich auch abgrenzen können, denn man erfahre natürlich auch Vieles. Etwa, dass jemand von 9000 Franken im Jahr leben müsse. Andere seien hilflos und waren seit 14 Tagen nicht mehr am Briefkasten, weil sie nicht gut gehen können. «Dann sage ich den Leuten, wo sie sich weiter beraten lassen können. Und viele Menschen sagen mir dann: Jetzt kann ich endlich wieder gut schlafen.» Es habe auch mal eine Selbstanzeige gegeben, von jemandem, der mit der Steuererklärung einfach überfordert war. Oft gebe es auch «Gschtürm» wegen Erbschaften. «Man gibt sich persönlich ein, das kann auch an die Seele gehen.» Es freue ihn aber, wenn er höre, dass die Leute zu Pro Senectute sagen: «Schicket wider dr Anton Stebler.» Schön sei auch, wenn er manchmal eine Flasche Wein als Anerkennung erhalte, oder «wenn die Hühner zu viele Eier gelegt haben, ein paar Eier.» Und wenn er mal keine Formulare ausfüllt, kann man den dreifachen Grossvater auch beim Hüten der Enkel antreffen.