Schnaps für die Zuschauer

Alex Porter verzauberte am letzten Samstag im Alte Schlachthuus nicht nur Gegenstände, sondern mit Poesie, eigenwilligem Gesang und Geschichten ebenso das Publikum.

Allrounder: Alex Porter zaubert und verzaubert.
Allrounder: Alex Porter zaubert und verzaubert.

Es hat wohl jeder sein eigenes Bild davon, wie ein Zauberer sein sollte. Jener Zauberer, welcher am letzten Samstag im Alts Schlachthuus in Laufen auftrat, entsprach jedoch kaum einem dieser Bilder. Denn Alex Porter ist mehr als ein Zauberer. Er ist Geschichtenerzähler, Sänger, Pantomime und vor allem auch Poet.
Eingetaucht in einem schwachen Lichtschein erwacht er auf einem Stuhl liegend und halb schwebend aus seinem Traum. Aus seiner Hand lässt er Unmengen an Sand auf die Bühne und Zuschauer rieseln – um einiges mehr, als in seinen Händen Platz haben könnte. Imaginär stellte er einen Paravent auf und zauberte hinter dieser durchsichtigen Trennwand Gegenstände hervor. Er verblüfft die Zuschauer mit Seil- und Kartentricks, holt aus einer zuvor zusammengelegten Einkaufstasche rund 30 mit Schnaps gefüllte Gläser inklusiv Flache hervor und verteilt diese im staunenden Publikum. Da angeblich alles im Ärmel versteckt sein soll, holt er aus diesen Jackenärmeln Flasche um Flasche hervor, zuletzt auch noch einen Feuerlöscher und man weiss, dass diese Gegenstände niemals im Ärmel gewesen sein konnten. In Zeitlupe führt er einen Kartentrick vor und beweist, dass nicht die Geschwindigkeit den Trick ausmacht.
Doch Porter zaubert nicht nur, sondern tanzt, singt ohne Worte einen Jazz und erzählt zwischen den Kunststücken Geschichten vom Fotografieren des Himmels bis zur Suche nach der Wanze im Hotelzimmer in Russland.
Bereits seit 30 Jahren steht der vielseitig begabte Künstler auf der Bühne und «Trance Porter», sein neustes Programm, ist diesem Jubiläum gewidmet. In seinem Leben hat aber nicht nur der Zauberer Platz, sondern er ist auch Dozent am MAZ (Medienausbildungszentrum Luzern) für mentales Training und sicheres Auftreten sowie Yoga-Instrukteur. Ganz klar ist diese Vorliebe für Yoga, Tai-Chi und Meditation in seinem Programm zu spüren. Nichts scheint den 50-Jährigen mit dem Wuschelkopf aus der Ruhe zu bringen. Selbstbewusst, sympathisch und humorvoll tritt er vors Publikum, lässt dieses staunen und lachen. Und doch ist sein Auftritt etwas gewöhnungsbedürftig. Es braucht Zeit, sich auf diese sinnliche, ruhige, poetische und auch eigenwillige Performance einzulassen. Die Frage, wie er wohl die Tricks bewerkstelligt, bleibt natürlich wie bei jedem richtigen Zauberer am Schluss unbeantwortet stehen.