Musik gegen Weihnachtsstress
Der Musikverein Brislach gab an seinem weihnachtlichen Kirchenkonzert sein Bestes.

Roland Bürki
Dunkelgraues Regenwetter und böige Windstösse vermochten die Brislacher nicht hinter dem Ofen oder dem Fernseher zu halten. Die Bankreihen in der spätbarocken Pfarrkirche St. Peter waren gut besetzt, als der Musikverein Brislach (MVB) sich am Sonntagabend zu seinem traditionellen Kirchenkonzert stellte. Um etwas «Gegensteuer zum aktuellen Feiertagsgehetze» zu geben, wie Fredy Kamber vom MVB in launigen Begrüssungsworten betonte.
Mit Mozarts «Ave Verum Corpus», einem Gruss an den wahren Leib des Erlösers, gelang das vorzüglich. Unter der feinen, unaufgeregten Stabführung von Sergei Yemelyanenkov liessen die 26 Musikantinnen und Musikanten erste feierliche Momente der Ruhe und Besinnung aufkommen. Feierlich bis machtvoll wie in einem mittelalterlichen Schloss ging es bei den sechs höfischen Tänzen aus den «Dansereye» von Tylman Susato zu. In den Bankreihen spürte man bei diesen schwierigen Passagen, wie viel an Sicherheit und Ausdruckskraft der MVB unter Yemelyanenkov gewonnen hat. Der lang anhaltende Applaus war der Lohn für zahlreiche Übungsstunden.
Wertvolle Moderation
Mit ihren wertvollen Hinweisen machte Moderatorin Monika Jeger das ohnehin kurzweilige Konzert noch spannender. So zeigte sie wenig Bekanntes zum allseits bekannten Weihnachtslied «Joy to the World» auf. Das im Brass-Sound gespielte Stück ging dem Publikum sichtlich unter die Haut, so eindrücklich festlich kam es daher. Mut bewiesen die Jungen im Verein mit ihren Soli. Michael Bieri etwa spielte auf seinem Kornett «You Raise Me Up» oder sinnigerweise «Du ermutigst mich». Rahel Bieli an der Posaune und Silvia Steiner am Es-Kornett standen für das streitende Paar in «Hit the Road, Jack!» oder ganz einfach «Hau ab, Jack!» Und Nadja Hügli am Flügelhorn liess in der Gotthard-Ballade «Heaven» die Erinnerung an Steve Lee aufleben.
Zum Schluss bewies der Musikverein, dass er noch immer weiss, wie Weihnachten tönt: «Feliz Navidad», «Jingle Bells» und «Stille Nacht» weckten endgültig Lust und Hoffnung auf ein besinnliches und glückliches Weihnachtsfest.