Melancholisch heitere Lieder

Am letzten Freitag musizierte das Peppers Quartett im Rahmen des Programms des Kultur- und Lesevereins Breitenbach vor einem stattlichen Publikum im Pfarreisaal. Dieses war von der Darbietung äusserst angetan.

Witzig: der «Rollator Rock», gesungen von Edy Riesen. Foto: Thomas Brunnschweiler
Witzig: der «Rollator Rock», gesungen von Edy Riesen. Foto: Thomas Brunnschweiler

Liebespaare, Eisenbahnen, schräge Vögel, Grenzgänger, Väter und Mütter und vieles mehr: Das ist die Welt der Lieder des Peppers Quartetts. Edy Riesen, ehemaliger Dorfarzt von Ziefen und Texter, sang, spielte die Bluesharp und bediente die Percussion. Eric Vuille und Heinz Widmer zeigten sich als gewiefte Gitarristen und Matthias Zimmermann stand am Kontrabass. Zuerst spielten sie den energiegeladenen «Bulgar Odessa». Es folgte die unheimliche Ballade vom untoten Bottewagenfahrer im Fünflibertal und den strengen Bändelherren. Im anrührenden «Blues vom alte Maa» nahm Edy Riesen Bezug auf das Schicksal seines dementen Vaters, dessen schwindende Erinnerung und dessen Tod. Wild und witzig ging es im «Rollator Rock» zu und her, wo das achtzigjährige Paar Hampe und Rosa am Zahltag die Bank ausrauben will; «Rosie, go on!», hiess es da. Es folgte eine humorvolle Hommage an Mani Matter, nämlich die Fortsetzung des Lieds «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama». Eric Vuille erzählte eine ironische, surrealistische Geschichte über die Karawane von Sidi Abdel Assar, die in die Schweiz reist. In Bern trifft Sidis Blick jenen des Vreneli vom Guggisberg, sodass der Orientale endlich sein Glück findet. Bei «Dr Elsässer» griff das Ensemble auf einen Blues des einflussreichen Musikers Robert Leroy Johnson zurück. «Misty» von Erroll Garner, ein Jazzstandard, wurde unterbrochen durch eine poetische Kindheitserinnerung und führte zu schönen Soli. Mit dem «Röhrlihose-Minirock-Rock» zu den Klängen des «Jailhouse Rock» von Elvis Presley, der harmlos und mit der Melodie von «Lueget vo Bärgen und Tal» begann, schloss das Peppers Quartett das erste Set ab.

Melancholie, Witz und Ironie

Nach der Pause ging es mit dem «Nordsee Blues» und dem subtilen Liebeslied «Wiggelfisch» weiter, das musikalisch an einem Song von Bob Dylan anlehnt. Ein weiteres Liebeslied hiess «I weiss nit worum», in dem es um das unverdiente Glück einer Liebe geht. Immer wieder schmückte Edy Riesen die Songs mit seinen Mundharmonikaklängen. Im langsam gespielten «Bossa Nova Recado» drehte sich alles um die Familie Ramseier und den Rüedl, der in Rio von Carmelita bestohlen wird und schliesslich in Käthi von der Bodenalp seine Braut findet. Nach dem ruhigen «Blacksmith» und den Country-Klängen von «I hör dr Zug verusse go» nach dem «Folsom Prison Blues» von Johnny Cash folgten der poetische «Nachtzug nach Amsterdam» und «Timbuktu» in einer Fantasiesprache. Als Zugabe gab es «Gedeon Thommen», ein Song über den Politiker und Unternehmer, der im 19. Jahrhundert beim Aufbau der Waldenburgerbahn eine wichtige Rolle spielte. Es folgte das Requiem für die Dampflokomotive mit einer ironischen lateinischen Litanei mit Seitenhieben auf politische Themen. Mit dem wehmütigen «Buona notte» von Francesco De Gregori endete das nachdenklich-besinnliche, aber auch witzig-ironische Konzert, das noch lange nachklingen wird.