Lebensmittel-Hilfe für Familien

Niemand soll hungern. Deshalb können neu jeden Donnerstag Leute mit knappem Budget im römisch- katholischen Pfarreiheim Laufen ganz günstig Lebensmittel kaufen.

Einsatz für die Mitmenschen: Das Helferteam bestand vergangenen Donnerstag aus (v. l.) Marlis Hell, Ruth Christ, Rita Schweizer, Margrit Aeschi, Christof Klingenbeck und Viviane Gürtler.  Foto: Thomas Immoos
Einsatz für die Mitmenschen: Das Helferteam bestand vergangenen Donnerstag aus (v. l.) Marlis Hell, Ruth Christ, Rita Schweizer, Margrit Aeschi, Christof Klingenbeck und Viviane Gürtler. Foto: Thomas Immoos

Frauen und Männer sassen am letzten Donnerstag um 14 Uhr im römisch-katholischen Pfarreiheim, einige mit Kindern im Arm. Mitten im Saal stehen Tische, vollbeladen mit Fleisch, Brot, Milchprodukten, Teigwaren, Konserven, Gemüse, Salat, Obst. Jeden Donnerstag ist die Laufner Abgabestelle von «Tischlein deck dich» ab 14 Uhr für eine Stunde geöffnet. Die Familien können Einkaufstaschen füllen. Pro Bezug haben sie einen symbolischen Franken zu entrichten haben.

Freiwillige Helferinnen
An einem Tisch sitzt Gemeindeleiter Christof Klingenbeck. Er kontrolliert die Karten, die zum Lebensmittel-Bezug berechtigen. Auch trägt er darauf das aktuelle Datum ein. Im Saal stehen fünf freiwillige Helferinnen bereit, unter ihnen die Abgabestellenleiterin Margrit Aeschi.
Die 1999 gegründete Schweizer Lebensmittelhilfe «Tischlein deck dich» hat die römisch-katholische Pfarrei Laufen angefragt, ob sie bereit sei, nach Liestal die zweite Abgabestelle im Kanton Baselland zu führen. Christof Klingenbeck wandte sich an die katholische Frauengemeinschaft, die spontan zusagte. Margrit Aeschi hält fest, dass auch Frauen mitmachen, die nicht Vereinsmitglieder sind. Inzwischen kann sie auf ein Team von rund 20 Frauen zählen, die sich abwechseln.
Der Gastronomiezulieferer Howeg und Coop stellen nicht mehr verkäufliche (aber noch nicht abgelaufene) Lebensmittel zur Verfügung. Da der Verein nur Produktespenden annimmt und nichts selber kauft, lässt sich nicht im Voraus sagen, wie viele und welche Lebensmittel jeweils angeboten werden können.
Die neue Abgabestelle in Laufen steht Bezügern aus dem Laufental und dem Thierstein offen. Der Leiter des Sozialdienste Laufental, René Korner, überzeugte sich vom reibungslosen Ablauf der Aktion, die sehr gut angelaufen sei. Zusammen mit den kommunalen Sozialämtern verteilt er Bezugskarten. Nicht alle gut 30 Kartenbesitzer der Region seien bisher erschienen, um hier Lebensmittel zu beziehen. «Viele von ihnen haben eine falsche Scham», vermutet Korner.

Was nicht verkauft wird, nehmen die beiden Chauffeure von «Tischlein deck dich» wieder mit. Schnell verderbliche Lebensmittel gebe man an das Kinderheim Laufen weiter, sagt Klingenbeck. Für Margrit Aeschi ist damit die Arbeit noch nicht zu Ende. Sie hat einen Rapport zuhanden der Zentrale in Winterthur zu verfassen. Darin hält sie fest, wie viele Kartenbesitzer (mit wie vielen Kindern) Lebensmittel bezogen haben, welche Produkte kaum Abnehmer fanden und wovon man mehr benötige. Als Brot fehlte, habe sie ein Mail geschickt: «Beim nächsten Mal wurden mehrere Brote mitgeliefert.»