Kleinod für die Lützel
Um der Lützel mehr Lebensraum zu geben, wurde ein Abschnitt verbreitert und durch ein Auenprojekt ökologisch aufgewertet. Tiere und Pflanzen finden ein neues Zuhause.

Da werden sich Biber und Eisvogel gewaltig freuen, wenn sie das neue Biotop an der Lützel oberhalb von Laufen in Beschlag nehmen können. Fast idyllisch mutet der neue Bachabschnitt an, der durch das Tiefbauamt des Kantons Basel-Landschaft geschaffen wurde. Mitten in der Lützel wurde eine kleine Insel angelegt, die bei Hochwasser überflutet wird. Auf ihr können Sträucher und Wasserpflanzen gedeihen, die im dunklen Wald nie eine Chance hätten. Das linke Lützelufer wurde breit und flach angelegt und wird im Laufe der Jahre von selbst verbuschen. Im Frühling wird dort eine Magerwiesenmischung angesät, um das Pflanzenwachstum anzuregen. Das rechte Ufer liegt satt am Wald, bleibt weitgehend unverändert und bietet dem Eisvogel und der Wasseramsel ideale Nistmöglichkeiten.
In diesem eher dunklen Talabschnitt der Lützel ist diese Revitalisierung ein ökologisches Juwel. Fern ab von Verkehr und Massentourismus können seltene Pflanzen, Schmetterlinge und sogar der Biber wieder heimisch werden. Der in der Lützel noch anzutreffende, aber gefährdete Dohlenkrebs findet noch bessere Lebensbedingungen.
«Dieses Kleinod entlang der Lützel konnte dank einer vorbildlichen Partnerschaft realisiert werden», erklärt Urs Chrétien, Geschäftsführer Pro Natura Baselland. Es sei ein Mosaikstein in der Vision, Bäche und Flüsse in der Nordwestschweiz zu vernetzen, in dem gefährdete Tiere und Pflanzen sich wohl fühlen und woran auch wir Menschen Freude daran hätten. «Bäche ans Licht» sei sein Motto.
Wie ist dieses gelungene Werk überhaupt zustande gekommen? «Die Revitalisierung dieses Abschnitts ist das Werk des Kantons Basel-Landschaft», erklärt Rolf Mosimann, Fachbereichsleiter Gewässerunterhalt. Mitte Oktober 2011 wurden die Bauarbeiten gestartet und dank dem schönen Wetter schon einen Monat später abgeschlossen.
Die Baukosten betrugen 85'000 Franken, wovon 20'000 aus dem Fonds «Hallo Biber» von Pro Natura Baselland und 20'000 Franken von der Kleinkraftwerk Birseck AG beigesteuert wurden. Letztere verkaufen Ökostrom mit einem Aufpreis von sieben Rappen pro Kilowattstunde, wovon ein Rappen für solche ökologische Projekte abgezweigt wird.
Der Kanton Basel-Landschaft hat das angrenzende Land für 25'000 Franken aus Privatbesitz erworben, sodass dieses Biotop ein langfristiges Werk darstellt. Ein tolles Projekt, das Naturfreunde, Fischer und Wanderer gleichermassen begeistert.