Heisse Diskussionen zur Kantonsfusion
Am 28. September entscheiden die Stimmberechtigten der beiden Basel darüber, ob die Fusion der Kantone Basel Stadt und Baselland geprüft werden soll. Die Basler Zeitung lud vergangenen Dienstag zu einer Podiumsdiskussion zum Thema ein.

Das Thema stiess bei den Laufentalerinnen und Laufentalern wohl auf Interesse, zum Bersten voll war das Kulturzentrum Alts Schlachthuus dennoch nicht. Auf der Befürworterseite nahmen der Laufner Stadtpräsident Alex Imhof sowie Klaus Kirchmayr, Mitglied des Trägervereins «Ein Basel» und Landrat der Grünen aus Aesch, Platz. Gegenargumente lieferten Rolf Richterich, Landrat der FDP Laufen und Caroline Mall, Landrätin der SVP Reinach und Mitglied im Co-Präsidium des Komitees «Pro Baselbiet». Durch das Gespräch führte Christian Keller, Co-Leiter des Ressorts Baselland der BaZ.
Kontroverse Stimmen
Die Einleitungsrede lieferte SVP-Landrat Georges Thüring. Er führte ein Plädoyer gegen die Kantonsfusion und argumentierte, dass bei einem Ja der Graben zwischen Stadt und Land noch grösser werden und die ländlichen Gebiete noch mehr ins Hintertreffen geraten würden. Ausserdem seien die Unterschiede zwischen Stadt und Land beträchtlich, das zeigten unter anderem die unterschiedlichen Regierungen: rot-grün in der Stadt Basel und bürgerlich im Landkanton. Dem widersprach Alex Imhof im Laufe des Abends. Die beiden Basel tickten zwar nicht gleich aber ähnlich. Und es sei an der Zeit, dass die beiden Kantone an einem Strang zögen und in Bundesbern gemeinsam aufträten. Dieser gemeinsame Auftritt sei auch ohne Fusion machbar, erwiderte Rolf Richterich. Und auch er zeigte sich davon überzeugt, dass das Stadt-Landgefälle bestehen bleibe und dass Basel zusammen mit seinem Speckgürtel das Land dauernd überstimmen könnte. Klaus Kirchmayr bemerkte, dass die Kantonsfusion eine Chance für den Kanton Baselland und insbesondere auch für die Gemeindeautonomie sei. Durch eine neue Aufgabenteilung in einem Kanton Basel, könnten die Gemeinden künftig wieder mehr Kompetenzen erhalten. Caroline Mall warnte hingegen davor, dass die Initiative Risiken berge. Sowohl die Zusammenarbeit der beiden Basel als auch die Gemeindeautonomie würde durch ein Ja letztlich beschnitten.
Bemerkenswert war in der anschliessenden offenen Diskussion die Wortmeldung eines Laufners. Er wohne bereits seit 90 Jahren in Laufen und werde am 28. September mit JA stimmen, sagte er. Und dies aus dem einfachen Grund, da er in einer finalen Abstimmung auch «Nein» stimmen könne, falls bei der Arbeit des Verfassungsrates nichts Gescheites herausschaue. Das, der Initiative nicht sehr wohlgesinnte, Schlusswort lieferte der ehemalige Baselbieter SVP-Regierungsrat Jörg Krähenbühl, worauf Alex Imhof monierte, dass sowohl die Einstiegsrede als auch das Schlusswort von einem Gegner der Kantonsfusion aus den Reihen der SVP gehalten wurde und dass dies wohl ein gewisses Ungleichgewicht geschaffen habe.