Gloria mit Guggen-Sound
Diakon Christof Klingenbeck und 35 Birsgugger gestalteten am Samstagabend in der Herz-Jesu-Kirche Laufen einen Gottesdienst mit ernsten Worten und fetziger Guggenmusik.

Guggenmusik in der Kirche wäre vor 30 Jahren, als die Birsgugger Clique in Laufen gegründet wurde, noch unvorstellbar gewesen. Pfarreileiter Christof Klingenbeck hat es vor einem Jahr gewagt, die Birsgugger in die Kirche zu holen, und er hat es nicht bereut. Das Experiment hat derart gut Anklang gefunden, dass er auch dieses Jahr wieder einen Gottesdienst mit den Birsguggern gestaltete. Seine Fasnachtspredigt las er in Versform und liess keine Zweifel offen, dass Lebensfreude in die Kirche gehört.
Jo, jetzt isch es ändlich sowit,
mir stöhnd wieder in dr Fasnachtszit.
Und will d’Läbesfreud nid vor dr
Chiletür Halt mache duet,
predige ich in Värsform,
es brucht es Bitzeli Muet.
Er freute sich über den neuen Papst Franziskus, der den Menschen dank seiner Einfach- und Glaubwürdigkeit wieder neuen Halt gebe, er scheute sich aber auch nicht davor, den Hirtenbrief von Bischof Vitus Huonder und das Prunkgebaren des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst zu verurteilen. Versöhnlich und erheiternd gestaltete er den Schluss:
In däre Fasnachtszit und s’ganze Johr,
schlag ich Euch vor,
verliere mer niä dä wichtig Humor!
«Let it be» rätzte darauf die Guggenmusig Birsgugger in weiser Einsicht. 150 Gäste in der Kirche klatschten begeisternd zum Takt und freuten sich riesig über den Sound, der die Kirchenfenster erzittern liess. Selbst als der Diakon zum Schlusslied «Lobe den Herren», ansetzte, begleiteten einige Musikanten sanft und sittsam das singende Kirchenvolk. So schnell liessen aber die Gäste die Fasnächtler in ihren farbigen Kostüme nicht laufen und forderten eine Zugabe, die mit dem Heuler «Stand by me» einen wunderbaren Abschluss bedeutete.