Ein turbulenter Bauernhof

Am letzten Samstag fanden die Premiere des Jahreskonzerts der Musikgesellschaft Beinwil und das Theater statt. Beim amüsanten Schwank «Alles beschtens greglet!» blieb im vollen Saal kein Auge trocken.

Die Dinge klären sich: Postbotin Lisa (Chantal Bieli), Hermine (Maja Amport) und Rosi (Sunny Jeker) (v. l.). Fotos: Thomas Brunnschweiler

Die Dinge klären sich: Postbotin Lisa (Chantal Bieli), Hermine (Maja Amport) und Rosi (Sunny Jeker) (v. l.). Fotos: Thomas Brunnschweiler

Der Dussel und die Grossstadtpute: Gustav (Nicolas Bader) und Sonja (Christine Aegerter).

Der Dussel und die Grossstadtpute: Gustav (Nicolas Bader) und Sonja (Christine Aegerter).

Die Musikgesellschaft Beinwil startete mit dem kraftvollen Opener «On Fire» von Michael Geisler. Aus dem Film «Dirty Dancing» folgte die Pop-Ballade «The Time of My Life». «Smash» skizziert das Leben der Grossstadt. Das Stück von Manuel Renggli, das mit einem schnellen Teil beginnt, ist technisch anspruchsvoll. «The Story» von Phil Hansroth ist ein emotionales, warmes und lyrisches Werk, bei dem man auf Klangfarben und Ausdruck achten muss. Von Paul Murtha stammt «The Greatest Showman», ein Medley, das mit seinen Tempowechseln und Facetten sehr publikumswirksam ist. Mit einer böhmischen Polka ging das offizielle Programm zu Ende, das Dirigent Jonathan Eberstein in nur fünf Wochen eingeübt hatte. Als Zugabe erklangen «Anton aus Tirol» und der obligate Solothurner Marsch. Die Brass Band wusste mit einem warmen, satten Gesamtklang und solistischen Einlagen zu gefallen.

Tohuwabohu auf dem Lande

Über die Komödie «Alles beschtens greglet!» in drei Akten soll nicht zu viel verraten werden. Nur so viel: Jungbäuerin und Witwe Rosi bewirtschaftet den Hof alleine. Schwiegervater Anton hat nur Flausen im Kopf und legt sich stets mit Rosis Mutter Klara an, die unter einem Putzfimmel leidet. Immer wieder platzt die geizige Nachbarin Hermine herein. Postbotin Lisa, ein liebesuchendes Mauerblümchen, schwärmt von Kolumnistin Britta von Schwallbach und hofft, mithilfe von deren Tipps den Richtigen zu finden. Der frauenverachtende Schriftsteller Philipp quartiert sich im Fremdenzimmer ein, kommt aber nicht zur gewünschten Ruhe. Auch der Chemiker Meinrad und ein älterer Junggeselle finden sich ein. Mit Verwechslungen, Intrigen und Turbulenzen schlittert der Schwank ins Happy End.

Beeindruckende Ensembleleistung

Die rasant inszenierte Komödie weiss durch eine nahezu generationengemässe Besetzung zu gefallen. Nur Valentin Gerber ist als Schwiegervater Anton zu jung, produziert aber mit seiner Bauernschläue und seinen Slapstickeinlagen viele Lacher. Sunny Jeker ist die Idealbesetzung für die hübsche und tatkräftige Bäuerin Rosi, die auch aufbrausend werden kann. Klara, Rosis Mutter, wird von Ramona Fankhauser dargestellt und mimt die Putzwut überzeugend. Besonders zu gefallen weiss Maja Amport als raffgierige, geizige Nachbarin Hermine, die sich wie eine diebische Elster über alles hermacht, was nicht niet- und nagelfest ist. Chantal Bieli spielt die muntere Postbotin Lisa, ein romantisches Mauerblümchen auf Männersuche. Rein optisch ist es nicht plausibel, dass diese Lisa nicht längst einen ernsthaften Antrag erhalten hat. Chemiker Meinrad, gut gespielt von Stefan Bader, ist eine Mischung aus Unbeholfenheit, Naivität und Zerstreutheit. Kilian Ankli gibt den durchtriebenen Schriftsteller Philipp mit Zynismus und Arroganz. Dessen Partnerin Sonja wird auf Hochdeutsch und mit Herablassung von Christine Aegerter verkörpert. Schliesslich brilliert Nicolas Bader als Junggeselle Gustav, der stotternd und leicht dümmlich ins Geschehen platzt. Ein sehenswertes Stück!

Wiederholung: Sa, 7. 2., um 19.30; So, 8. 2., um 14.00 Uhr. www.mgbeinwil-so.ch